{"id":1933126,"date":"2017-06-27T11:00:40","date_gmt":"2017-06-27T09:00:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.verkehrsbrief.de\/?p=1933126"},"modified":"2018-03-16T17:18:28","modified_gmt":"2018-03-16T16:18:28","slug":"autohersteller-machen-auf-druck-des-bmvi-spritverbrauch-transparenter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/?p=1933126","title":{"rendered":"Autohersteller machen auf Druck des BMVI Spritverbrauch transparenter"},"content":{"rendered":"<ul>\n<li><strong>Zwei Modelle rei\u00dfen bei Nachmessungen eigene Latte<\/strong><\/li>\n<li><strong><em><span style=\"color: #ff0000;\">Erg\u00e4nzt 17:00:<\/span><\/em> Linke und DUH ver\u00e4rgert, VDA ohne Euphorie <\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>Ein neues Institut soll mehr Transparenz \u00fcber die realen Kfz-Verbrauchswerte herstellen. <!--more-->Das k\u00fcndigte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt am Dienstagmorgen aus Anlass der Vorstellung des ersten Teilberichts zu den CO2-Nachmessungen des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) an.<\/p>\n<p>Das von den Herstellern mit zusammen rund 2 Mio. EUR pro Jahr finanzierte &#8222;Deutsche Institut f\u00fcr Verbrauchs- und Emissionsmessungen&#8220; (DIVEM) soll f\u00fcr neu auf den Markt gebrachte Fahrzeuge realistische Verbrauchsspannen ermitteln und ver\u00f6ffentlichen. Um trotz der Finanzierung durch die Industrie das Vertrauen der Verbraucher sicherzustellen, sollen in den Gremien des als Verein konstruierten Instituts auch Umwelt- und Verbraucherschutzverb\u00e4nde vertreten sein und die Arbeit beaufsichtigen.<\/p>\n<p>Dobrindt begr\u00fcndete seine Initiative damit, dass auch der neue Messzyklus WLTP L\u00fccken aufweise, die das Vertrauen der Verbraucher in die offiziellen Herstellerangaben erneut ersch\u00fcttern k\u00f6nne. Wenn die Industrie keinen weiteren \u201eShitstorm\u201c riskieren wolle, m\u00fcsse sie jetzt eine Transparenzoffensive starten, habe er den Branchenvertretern gesagt.<\/p>\n<p>Das Institut soll noch in diesem Jahr gegr\u00fcndet und m\u00f6glichst auch arbeitsf\u00e4hig werden. Bisher haben alle deutschen Hersteller \u2013 einschlie\u00dflich Opel und Ford \u2013 ihre Beteiligung zugesagt. Die Beteiligung stehe aber auch ausl\u00e4ndischen Herstellern offen. Im \u00fcbrigen hoffe er, dass das Modell Nachahmer im Ausland finde. Das Bundesumweltministerium ist eingebunden.<\/p>\n<h5>Zwei Modelle rei\u00dfen bei Nachmessungen eigene Latte<\/h5>\n<p>Anlass f\u00fcr die Initiative waren die Nachmessungen des CO2-Aussto\u00dfes derjenigen Pkw, die bei den Messungen der Abgas-Untersuchungskommission 2016 auff\u00e4llig geworden waren. Das waren 29 von 53 Modellen. Im ersten, jetzt vorgelegten Teilbericht, haben sich KBA und BMVI mit den Fahrzeugen besch\u00e4ftigt, die in Deutschland typzugelassen sind oder von deutschen Herstellern stammen. Dabei best\u00e4tigte sich nur f\u00fcr zwei von 19 Modellen eine \u00dcberschreitung der NEFZ-Normverbrauchs. Der Smart Fourtwo habe den Normverbrauch um 4,4 Prozent \u00fcberschritten, der Opel Zafira 1,6 Diesel sogar um 8,9 Prozent. Beide Fahrzeuge werden nicht mehr produziert, betroffen sind nur geringe Fahrzeugzahlen (rund 9000 bzw. 8000 Fahrzeuge).<\/p>\n<p>F\u00fcr den Opel Zafira steht wegen zweifelhafter NOx-Emissionstrategie noch ein Software-Update aus, das nun auch die CO2-Thematik regeln solle. Kfz-Steuernachzahlungen h\u00e4tten die Halter der betroffenen Fahrzeuge nicht zu bef\u00fcrchten, sagte Dobrindt. Eine \u201eerhebliche\u201c Abweichung liege erst bei 10 Prozent vor.<\/p>\n<p>Die \u00fcbrigen 17 Modelle h\u00e4tten die Katalogwerte erreicht oder sogar unterschritten. Wann der Bericht f\u00fcr die zehn ausstehenden Modelle ausl\u00e4ndischer Hersteller vorgelegt wird, ist noch offen.<\/p>\n<h5>Linke und DUH ver\u00e4rgert, VDA ohne Euphorie<\/h5>\n<p>Der Linken-Verkehrsexperte Herbert Behrens und die Deutsche Umwelthilfe (DUH) reagierten ver\u00e4rgert. Dobrindt messe solange, bis die Ergebnisse passten, kritisierte Behrens mit Blick auf das im Bericht beschriebene CO2-Messverfahren. J\u00fcrgen Resch von der DUH sprach von einem \u201eGef\u00e4lligkeitsgutachten\u201c. Beide lehnten das von Dobrindt propagierte Institut ab. \u201eAnstelle eines lobbyfinanzierten Pr\u00fcfvereins oder anderer Placebo-Ma\u00dfnahmen brauchen wir endlich eine von Industrie und Verkehrsministerium unabh\u00e4ngige Beh\u00f6rde f\u00fcr die Feld\u00fcberwachung\u201c, sagte Behrens. Laut Resch ist die amerikanische Umweltbeh\u00f6rde EPA daf\u00fcr ein Vorbild.<\/p>\n<p>Die Autoindustrieverband VDA verteidigte den Vorschlag f\u00fcr ein Institut, das zus\u00e4tzlich zum WLTP realistische Verbrauchsspannen ermittelt und ver\u00f6ffentlicht. \u201eDamit wird den Kunden eine zus\u00e4tzliche Informationsquelle zur Verf\u00fcgung gestellt, die jene L\u00fccke schlie\u00dfen soll, die infolge eines standardisierten, repr\u00e4sentativen Pr\u00fcfzyklus\u2018 verbleibt.\u201c Auch beim WLTP werden zum Beispiel Klimaanlage oder Sitzheizung nicht ber\u00fccksichtigt. (roe)<\/p>\n<p><strong>Externer Link:<\/strong> <a href=\"http:\/\/www.bmvi.de\/SharedDocs\/DE\/Anlage\/LA\/zweiter-bericht-untersuchungskommission-vw.pdf?__blob=publicationFile\">Untersuchungsbericht zu CO2-Nachmessungen<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zwei Modelle rei\u00dfen bei Nachmessungen eigene Latte Erg\u00e4nzt 17:00: Linke und DUH ver\u00e4rgert, VDA ohne Euphorie Ein neues Institut soll mehr Transparenz \u00fcber die realen Kfz-Verbrauchswerte herstellen.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[8],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1933126"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1933126"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1933126\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1935670,"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1933126\/revisions\/1935670"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1933126"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1933126"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1933126"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}