{"id":1874421,"date":"2017-01-26T18:32:00","date_gmt":"2017-01-26T18:32:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.verkehrsbrief.de\/kfz-steuer-novelle-erzurnt-verbande"},"modified":"2018-10-16T15:25:15","modified_gmt":"2018-10-16T13:25:15","slug":"kfz-steuer-novelle-erzurnt-verbande","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/?p=1874421","title":{"rendered":"Kfz-Steuer-Novelle erz\u00fcrnt Verb\u00e4nde"},"content":{"rendered":"<p>K\u00e4ufer von verbrauchsintensiven Neuwagen m\u00fcssen ab September 2018 mit einer h\u00f6heren Kfz-Steuerbelastung rechnen. <!--more-->Das ergibt sich indirekt aus einem am Mittwoch verabschiedeten Gesetzentwurf des Bundesregierung zur Einf\u00fchrung des neuen Messzyklus WLTP in die Kfz-Besteuerung. Kern des Gesetzes ist, dass f\u00fcr Neuwagenzulassungen ab 1. September 2018 bei der Berechnung des CO2-Komponente f\u00fcr die Kfz-Steuer nicht mehr die Messwerte des alten NEFZ-Zyklus ma\u00dfgeblich sind, sondern der Verbrauch nach WLTP. Der WLTP gilt als deutlich realit\u00e4tsn\u00e4her und wird im Regelfall zur Folge haben, dass der Normverbrauch h\u00f6her ausf\u00e4llt als im NEFZ. Der Automobilindustrieverband VDA geht von einer Differenz von 15 bis 20 Prozent aus.<\/p>\n<p>Eine besondere T\u00fccke ist, dass die CO2-Komponente nicht linear angewendet wird. Vielmehr wird ein Freibetrag von 95g CO2 angewendet, der auf dem NEFZ-basierten EU-Flottenverbrauchsziel f\u00fcr 2014 beruht. Dieser CO2-Freibetrag wird auch nicht an den WLTP angepasst. Zwei Beispiele:<\/p>\n<ul>\n<li>Ein Kleinwagen mit 1l Hubraum, f\u00fcr den jetzt mit 90g CO2\/km nur die Hubraumkomponente z\u00e4hlt und der daher mit 20 EUR Kfz-Steuer davonkommt, werden bei 15 bis 20 Prozent mehr CO2 k\u00fcnftig 36 bis 46 EUR f\u00e4llig, also rund eine Verdoppelung.<\/li>\n<li>F\u00fcr einen Dreiliter-Diesel-SUV mit jetzt 185g CO2 sind jetzt 465 EUR zu zahlen, k\u00fcnftig 521 bis 539 EUR \u2013 also 12 bis 16 Prozent mehr.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Der WLTP-Normverbrauch muss laut EU-Vorschriften ab September 2017 nur f\u00fcr alle neu typzugelassenen oder wesentlich ver\u00e4nderten Fahrzeugmodelle ermittelt werden. Erst ab 1. September 2018 m\u00fcssen f\u00fcr alle neu zuzulassenden Fahrzeuge WLTP-Messwerte vorliegen.<\/p>\n<p>Das federf\u00fchrende Finanzministerium will mit der Stichtagsregelung eine gleichm\u00e4\u00dfige Besteuerung sicherstellen. Andernfalls w\u00fcrden Hersteller und K\u00e4ufer frisch typzugelassener Autos gegen\u00fcber denjenigen benachteiligt, die noch Fahrzeuge mit \u201ealtem\u201c NEFZ-Wert verkaufen oder erwerben. In der \u00dcbergangszeit ist entweder der gemessene NEFZ-Wert oder ein aus dem WLTP zur\u00fcckgerechneter fiktiver NEFZ-Wert f\u00fcr die Steuerbemessung ma\u00dfgeblich.<\/p>\n<h5>Verb\u00e4nde mit diametral entgegengesetzten \u00c4nderungsw\u00fcnschen<\/h5>\n<p>ADAC und VDA kritisieren, dass der Bund auf kaltem Wege h\u00f6here Kfz-Steuereinnahmen erzielen will. Der ADAC fordert daher, einen Anpassungsfaktor in der Steuerberechnungsgrundlage einzuf\u00fchren. \u201eBliebe es beim jetzigen Gesetzesentwurf, w\u00fcrden die Kfz-Steuers\u00e4tze f\u00fcr diejenigen Autos steigen, die nach dem 1. September 2018 erstmals neu zugelassen werden\u201c, teilte der Verband am Donnerstag mit. \u201eIdentische Modelle, die vor diesem Stichtag zugelassen werden, m\u00fcssten niedrigere Kfz-Steuers\u00e4tze bezahlen.\u201c VDA-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Klaus Br\u00e4unig fordert eine aufkommensneutrale Umgestaltung. Die jetzt geplante Steuermehrbelastung w\u00fcrde falsche Signale f\u00fcr den Kauf eines Neufahrzeugs setzen: \u201eObwohl diese effizienter sind als ihre Vorg\u00e4ngermodelle, w\u00fcrden sie h\u00f6her besteuert.\u201c<\/p>\n<p>Der \u00f6kologisch orientierte Verkehrsclub Deutschland (VCD) hingegen h\u00e4lt die Berechnung der CO2-Steuer auf Basis des WLTP nicht f\u00fcr eine Steuererh\u00f6hung, \u201esondern bestenfalls um den ersten Schritt einer l\u00e4ngst \u00fcberf\u00e4lligen Angleichung des Steuersatzes an die Realit\u00e4t.\u201c Er regt an, den Steuersatz je Gramm CO2 nach oben hin st\u00e4rker zu spreizen. (roe)<\/p>\n<p><b>Externer Link:<\/b> <a href=\"http:\/\/www.bundesfinanzministerium.de\/Content\/DE\/Gesetzestexte\/Gesetzentwuerfe_Arbeitsfassungen\/2017-01-25-6-G-z-Aenderung-d-Kraftfahrzeugsteuergesetzes.html\">Gesetzentwurf zur Kfz-Steuer<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>K\u00e4ufer von verbrauchsintensiven Neuwagen m\u00fcssen ab September 2018 mit einer h\u00f6heren Kfz-Steuerbelastung rechnen.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[8],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1874421"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1874421"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1874421\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1936861,"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1874421\/revisions\/1936861"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1874421"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1874421"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1874421"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}