{"id":1868861,"date":"2017-01-09T16:55:00","date_gmt":"2017-01-09T16:55:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.verkehrsbrief.de\/deutsche-handelsflotte-schrumpft-weiter"},"modified":"2017-01-09T16:55:00","modified_gmt":"2017-01-09T16:55:00","slug":"deutsche-handelsflotte-schrumpft-weiter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/?p=1868861","title":{"rendered":"Deutsche Handelsflotte schrumpft weiter"},"content":{"rendered":"<p>Die Zahl der im Internationalen Schifffahrtsregister unter deutscher Flagge gemeldeten Schiffe betrug laut j\u00fcngsten Zahlen des Bundesamtes f\u00fcr Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) Ende 2016 nur noch 180. Ein Jahr zuvor waren es noch 192 (minus 6,3 Prozent). Der Gesamtzahl aller Schiffe unter deutscher Flagge schrumpfte binnen Jahresfrist von 351 auf 330 (minus 6 Prozent). Ein zwischenzeitlicher Anstieg im Sommer wurde im Herbst wieder zunichtegemacht. Etwas st\u00e4rker als die Zahl der deutsch geflaggten Schiffe ging die der ausgeflaggten Schiffe zur\u00fcck, und zwar von 2497 auf 2300 (minus 7,9 Prozent).<\/p>\n<h5>VDR erkennt Stabilisierung<\/h5>\n<p>Der Reederverband VDR h\u00e4lt den jetzigen Zeitpunkt noch zu fr\u00fch, um eine Bilanz der Mitte 2016 verabschiedeten Novelle der Schiffsbesetzungsverordnung und des auf 100 Prozent erh\u00f6hten Lohnsteuereinbehalts zu ziehen. Ausflaggungsgenehmigungen w\u00fcrden \u00fcblicherweise f\u00fcr zwei Jahre erteilt. Allein schon aufgrund der entrichteten Ausflaggungs- und Registergeb\u00fchren w\u00fcrden die Reedereien erst beim Auslaufen der Genehmigung \u00fcber eine m\u00f6gliche R\u00fcckkehr zur deutschen Flagge entscheiden, erl\u00e4uterte ein VDR-Sprecher. Von mehreren Reedern sei bekannt, dass sie bei n\u00e4chster Gelegenheit unter die deutsche Flagge zur\u00fcckkehren wollten. Als positiv stellte er heraus, dass es gelungen sei, den Anteil der deutsch geflaggten Schiffe zu stabilisieren.<\/p>\n<p>Massive Kritik am Bund \u00fcbte Valerie Wilms, Schifffahrtsexpertin der Gr\u00fcnen im Bundestag. \u201eDie Bundesregierung und insbesondere der unt\u00e4tige Maritime Koordinator haben de facto das Ende der deutschen Flagge zu verantworten\u201c, sagte sie gegen\u00fcber dem Verkehrsbrief. \u201eIhre Gie\u00dfkannenf\u00f6rderung waren und sind vollkommen erfolglos und werden uns in Zukunft massive Probleme bescheren, weil immer mehr die Fachleute fehlen. W\u00e4hrend man das auf See vielleicht noch verschmerzen kann, wird es beim K\u00fcsten- und Gew\u00e4sserschutz richtig kompliziert, wenn wir niemanden mehr haben, der sich hier auskennt.\u201c<\/p>\n<h5>Ausflaggungsziele verschieben sich<\/h5>\n<p>Unter der ausgeflaggten Tonnage hat sich das Gewicht weiter zugunsten von EU-Flaggen verschoben. Ihr Anteil betr\u00e4gt jetzt gut 37 Prozent. Zusammen mit der deutsch geflaggten Tonnage sind damit 42,2 Prozent der deutsch bereederten Tonnage unter EU-Flaggen (Vorjahr: 38,1 Prozent). Ein m\u00f6glichst hoher Anteil ist wichtig, damit der Bund auch weiterhin gem\u00e4\u00df EU-Beihilferecht fl\u00e4chendeckend den Tonnagesteuervorteil gew\u00e4hren darf.<\/p>\n<p>Den gr\u00f6\u00dften Zuwachs verzeichnete mit gut 37 Prozent erneut das von deutschen Kaufleuten gef\u00fchrte portugiesische Madeira-Register, auf das jetzt allein 257 Schiffe und 17,4 Prozent der gesamten ausgeflaggten Tonnage entfallen. Die klassischen europ\u00e4ischen Ausflaggungsziele Gibralter, Malta und Zypern verloren Tonnage. (roe)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Zahl der im Internationalen Schifffahrtsregister unter deutscher Flagge gemeldeten Schiffe betrug laut j\u00fcngsten Zahlen des Bundesamtes f\u00fcr Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) Ende 2016 nur noch 180. Ein Jahr zuvor waren es noch 192 (minus 6,3 Prozent). 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