{"id":1861677,"date":"2016-12-15T19:25:00","date_gmt":"2016-12-15T19:25:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.verkehrsbrief.de\/lang-lkw-evaluierung-abgeschlossen"},"modified":"2016-12-15T19:25:00","modified_gmt":"2016-12-15T19:25:00","slug":"lang-lkw-evaluierung-abgeschlossen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/?p=1861677","title":{"rendered":"Lang-Lkw-Evaluierung abgeschlossen"},"content":{"rendered":"<p>Laut dem am Mittwoch endlich ver\u00f6ffentlichten Abschlussbericht der Bundesanstalt f\u00fcr Stra\u00dfenwesen (BASt) stieg der Anteil des sogenannten Lang-Lkw-Typ 2 seit der Halbzeitbilanz 2014 von 19 auf jetzt 30 Prozent. Der anfangs mit 75 Prozent ganz weit f\u00fchrende Typ 3 (Motorwagen mit Sattelauflieger auf Dolly-Achse) stellt jetzt nur noch knapp 60 Prozent.<\/p>\n<p>Typ 1 (verl\u00e4ngerter Sattelauflieger) ist trotz Freigabe in NRW bisher nur mit 13 Fahrzeugen vertreten, Typ 4 (Doppelsattelzug) und Typ 5 (\u00fcberlanger Gliederzug) spielen ebenfalls nur eine untergeordnete Rolle.<\/p>\n<p>Laut BASt tut sich der Typ 2 nicht nur beim Befahren von engen Kreisverkehren schwer, sondern zeigt auch bei \u201ehochdynamischen Fahrman\u00f6vern\u201c Schw\u00e4chen. Vor allem bei leerem Sattelauflieger und beladenem Anh\u00e4nger drohe ein Umkippen. Die Gefahr k\u00f6nne zwar durch elektronische Stabilit\u00e4tskontrollsysteme (ESVC) minimiert werden; dennoch regt die BASt an, den Fahrern von Typ-2-Lkw vor Fahrtantritt eine Kontrolle auf ung\u00fcnstige Beladungszust\u00e4nde vorzuschreiben. Auf jeden Fall seien weitere Untersuchungen n\u00f6tig.<\/p>\n<p>Das BMVI will mit genau dieser Begr\u00fcndung die Ausnahmegenehmigung f\u00fcr Typ-2-Lkw nur um ein Jahr befristet verl\u00e4ngern (siehe <a href=\"http:\/\/www.verkehrsbrief.de\/abschlussbericht-zu-lang-lkw-laesst-auf-sich-warten-1858955.html\">hier<\/a>).<\/p>\n<h5>Verlagerungspotenzial weiter untersucht<\/h5>\n<p>Im Streit, ob der Lang-Lkw Verkehr von der Schiene auf die Stra\u00dfe verlagert, gibt es gegen\u00fcber dem Zwischenbericht von 2014 keine wesentlichen neuen Erkenntnisse, wohl aber Erkenntnisverfeinerung.<\/p>\n<p>Die theoretisch auf Lang-Lkw verlagerbare Transportleistung von Eisenbahn und Schiff wird f\u00fcr 2014 auf 1,7 Prozent und f\u00fcr 2030 auf 2,9 Prozent gesch\u00e4tzt. Unter Einbeziehung von Wirtschaftlichkeitserw\u00e4gungen w\u00fcrde bei einem enggefassten Positivnetz 0,3 Prozent verlagert werden, bei einem weiter gefassten Positivnetz w\u00e4re es 1 Prozent. Das seien 0,05 bis 0,03 Prozent der gesamten Transportleistung von Schiene und Binnenschiff.<\/p>\n<p>Im Feldversuch sei bisher jedoch Verlagerung nicht zu beobachten gewesen, betont die BASt. Alle mit Lang-Lkw abgewickelten Verkehre seien vorher mit Normal-Lkw gefahren worden. Die popul\u00e4re Formel \u201eZwei Lang-Lkw ersetzen drei konventionelle Lkw\u201c sei dabei sogar \u00fcbertroffen worden: Im Durchschnitt wurden sogar 3,06 bis 3,12 Fahrten ersetzt. Eine Erkl\u00e4rung liefert die BASt nicht.<\/p>\n<p>Ob und inwieweit der Einsatz von Lang-Lkw im Vor- und Nachlauf zum Kombinierten Verkehr diesen kosteng\u00fcnstiger macht, konnte mangels ausreichender Fallzahl nicht untersucht werden.<\/p>\n<p>Auf jeden Fall erh\u00f6ht der Lang-Lkw den Kostendruck auf Unternehmer, die diese Fahrzeuge nicht einsetzen wollen oder k\u00f6nnen: Der Stellplatzkilometer im Lang-Lkw ist laut BASt 16 bis 26 Prozent kosteng\u00fcnstiger als im konventionellen Lkw. Die Dieselersparnis \u2013 und damit CO2-Ersparnis \u2013 betr\u00e4gt in Bezug auf das Ladevolumen 27 Prozent, in Bezug auf die Palettenstellpl\u00e4tze 19 Prozent.<\/p>\n<p>Ob durch die Kostensenkungen \u201eRebound\u201c-Effekte entstehen, also mehr Transport nachgefragt wird, weil er billiger wird, konnte nicht untersucht werden.<\/p>\n<p>St\u00fcnde das gesamte deutsche Stra\u00dfennetz f\u00fcr Lang-Lkw offen, k\u00f6nnten laut BASt zwischen 2 und 9 Prozent aller Lkw-Fahrten beziehungsweise 3 bis 7 Prozent der Fahrleistung konventioneller Lkw durch Lang-Lkw ersetzt werden.<\/p>\n<p>Bei Annahme eines Positivnetzes f\u00fcr die 25m-Lkw reduziert sich das Marktpotenzial auf 3 Prozent f\u00fcr das Jahr 2014. Auch die Zunahme von Volumeng\u00fctern \u00e4ndert daran kaum etwas: F\u00fcr 2030 wird das Marktpotenzial auf 3,2 Prozent gesch\u00e4tzt.<\/p>\n<p>F\u00fcr den politisch weit weniger umstrittenen Sonderfall \u201elanger Sattelauflieger\u201c wird das Potenzial allerdingsauf 50 Prozent aller Sattelaufliegerfahrten in Deutschland gesch\u00e4tzt, sofern das Gesamtstra\u00dfennetz offensteht. (roe)<\/p>\n<\/p>\n<p><b>Externer Link:<\/b> <a href=\"http:\/\/www.bast.de\/DE\/Verkehrstechnik\/Fachthemen\/v1-lang-lkw\/v-lang-lkw-abschluss.pdf?__blob=publicationFile&#038;v=2\">Abschlussbericht der BASt zum Lang-Lkw-Feldversuch<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Laut dem am Mittwoch endlich ver\u00f6ffentlichten Abschlussbericht der Bundesanstalt f\u00fcr Stra\u00dfenwesen (BASt) stieg der Anteil des sogenannten Lang-Lkw-Typ 2 seit der Halbzeitbilanz 2014 von 19 auf jetzt 30 Prozent. 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