{"id":1853001,"date":"2016-11-21T13:41:00","date_gmt":"2016-11-21T13:41:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.verkehrsbrief.de\/fernstrasengesellschaft-knatsch-geht-uber-privatisierungsfrage-hinaus"},"modified":"2016-11-21T13:41:00","modified_gmt":"2016-11-21T13:41:00","slug":"fernstrasengesellschaft-knatsch-geht-uber-privatisierungsfrage-hinaus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/?p=1853001","title":{"rendered":"Fernstra\u00dfengesellschaft: Knatsch geht \u00fcber Privatisierungsfrage hinaus"},"content":{"rendered":"<h5>Primat der Politik in Frage gestellt<\/h5>\n<p>\u201eNat\u00fcrlich soll die Gesellschaft auch entscheiden, welche Autobahnen gebaut werden\u201c, sagte ein Sprecher des Bundesfinanzministerium am Montag in der Bundespressekonferenz in Berlin. Deswegen sei eine Privatbeteiligung an der Gesellschaft auch im Sinne der staugeplagten Autofahrer w\u00fcnschenswert.<\/p>\n<p>Sowohl das BMVI als auch die vom BMWi eingesetzte Fratzscher-Kommission hatten sich jedoch daf\u00fcr ausgesprochen, die Entscheidung \u00fcber Neu- und Ausbau bei der Politik zu belassen.<\/p>\n<h5>Maastricht-Kriterien im Spiel<\/h5>\n<p>Ein weiteres Motiv f\u00fcr das Beharren des BMF auf der Privatisierungsoption sind offenbar die Maastricht-Kriterien. Die Aufnahme von Schulden solle so geregelt werden, dass sie nicht dem Staatssektor zugerechnet werden, sagte der BMF-Sprecher. Deswegen sollte die Gesellschaft staatsfern aufgestellt werden.<\/p>\n<p>Wie er weiter ausf\u00fchrte, sei die Kapitalverzinsung f\u00fcr private Miteigent\u00fcmer und Fremdkapitalgeber zwar h\u00f6her als bei einer reinen Bundesgesellschaft mit Staatsgarantie, dies werde durch Effizenzgewinne und eine andere Unternehmenskultur aber mehr als nur kompensiert. Als erfolgreiche Beispiele nannte er Deutsche Bahn, Deutsche Post und Deutsche Telekom.<\/p>\n<h5>BMF sieht sich mit Privatisierungsoption im Recht<\/h5>\n<p>Ein Sprecher des BMWi best\u00e4tigte einen Bericht der S\u00fcddeutschen Zeitung, wonach Ressortchef Sigmar Gabriel zum Entwurf des BMF f\u00fcr eine Grundgesetz\u00e4nderung (siehe <a href=\"http:\/\/www.verkehrsbrief.de\/noch-immer-dicke-fragezeichen-ueber-fernstrassengesellschaft-1851874.html\">hier<\/a>) wegen der Privatisierungsoption sogenannten Leitungsvorbehalt eingelegt hat und damit die Ressortabstimmung vorerst gestoppt hat. Zur\u00fcckhaltender \u00e4u\u00dferte sich ein Sprecher des BMVI, verwies aber auf den Bericht f\u00fcr den Bundestags-Verkehrsausschuss, in dem ebenfalls eine dauerhaft bundeseigene Gesellschaft vorgeschlagen worden war. Aus Regierungskreisen war zu h\u00f6ren, dass die drei Minister voraussichtlich noch in dieser Woche in einem pers\u00f6nlichen Treffen versuchen wollen, die Differenzen auszur\u00e4umen.<\/p>\n<p>Der BMF-Sprecher zeigte Unverst\u00e4ndnis gegen\u00fcber dem Widerstand gegen die Privatisierungsoption von den anderen Ressorts und den L\u00e4ndern. Er verwies auf den Bund-L\u00e4nder-Beschluss vom 14. Oktober, konkret die Protokollerkl\u00e4rung Th\u00fcringens (externer Link: <a href=\"https:\/\/www.bundesregierung.de\/Content\/DE\/Pressemitteilungen\/BPA\/2016\/10\/2016-10-14-beschluss-bund-laender.html\">offizieller Text<\/a>). Diese Protokollerkl\u00e4rung, in der Th\u00fcringen darauf besteht, sowohl das Bundeseigentum an den Stra\u00dfen als auch an der Gesellschaft festzuschreiben, w\u00e4re ja wohl nicht n\u00f6tig gewesen, wenn es nicht ein anderes Verst\u00e4ndnis in der Runde gegeben h\u00e4tte.<\/p>\n<p>Der Vertreter des BMWi widersprach prompt: Der Beschlusstext lasse alles offen.<\/p>\n<h5>L\u00e4nder wollen sich gemeinsam positionieren<\/h5>\n<p>Unterdessen soll die Staatskanzlei von Mecklenburg-Vorpommern eine gemeinsame Position der L\u00e4nder verfassen, ist \u00fcbereinstimmend aus L\u00e4nderkreisen zu h\u00f6ren. Unbest\u00e4tigt blieb, dass das Kanzleramt bei Bund-L\u00e4nder-Runde am vergangenen Donnerstag den L\u00e4ndern die M\u00f6glichkeit er\u00f6ffnet hat, bei der \u00c4nderung von Grundgesetz-Artikel 90 Abs. 2 (Ausgestaltung der Infrastrukturgesellschaft) und Artikel 143e (\u00dcbergangsvorschriften) eigene Vorschl\u00e4ge zu machen. Als Termin f\u00fcr einen Abschluss der Verhandlungen ist weiter der 8. Dezember vorgesehen.<\/p>\n<h5>Verkehrsforum mahnt zu Einigung<\/h5>\n<p>Das Deutsche Verkehrsforum sieht in dem Streit in der Bundesregierung einen Zeichen des sich n\u00e4hernden Bundestagswahlkampfes &#8211; \u201ewie wir bef\u00fcrchtet haben\u201c, sagte DVF-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Thomas Hailer im Gespr\u00e4ch mit dem Verkehrsbrief. Er hoffe auf eine baldige Einigung. \u201eDie Auseinandersetzung mit den L\u00e4ndern wird noch schwer genug.\u201c<\/p>\n<p>Hailer sprach sich gegen eine Beteiligung von Investoren auf Gesellschaftsebene aus. Es sei zu bef\u00fcrchten, dass sich nicht nur Banken und Versicherer beteiligen, die f\u00fcr kapitalgedeckte Altersversorgevertr\u00e4ge deutscher B\u00fcrger Anlagem\u00f6glichkeiten suchen, sondern auch ausl\u00e4ndische Finanzinvestoren, die andere Interessen verfolgten. \u00d6PP sollten weiter nur auf Projektebene m\u00f6glich sein. (roe)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Primat der Politik in Frage gestellt \u201eNat\u00fcrlich soll die Gesellschaft auch entscheiden, welche Autobahnen gebaut werden\u201c, sagte ein Sprecher des Bundesfinanzministerium am Montag in der Bundespressekonferenz in Berlin. Deswegen sei eine Privatbeteiligung an der Gesellschaft auch im Sinne der staugeplagten Autofahrer w\u00fcnschenswert. 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