{"id":1851207,"date":"2016-11-15T17:50:00","date_gmt":"2016-11-15T17:50:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.verkehrsbrief.de\/viele-neue-forderansatze-in-der-kraftstoffstrategie"},"modified":"2016-11-15T17:50:00","modified_gmt":"2016-11-15T17:50:00","slug":"viele-neue-forderansatze-in-der-kraftstoffstrategie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/?p=1851207","title":{"rendered":"Viele neue F\u00f6rderans\u00e4tze in der Kraftstoffstrategie"},"content":{"rendered":"<p>Deutschland sollte nicht zu fr\u00fch auf Optionen wie den Oberleitungs-Lkw setzen. Davor warnte Verkehrsstaatssekret\u00e4r Norbert Barthle am Dienstag auf der Jahreskonferenz der Mobilit\u00e4ts- und Kraftstoffstrategie (MKS) in Berlin.<\/p>\n<p>Das Konzept birgt nach seiner Ansicht \u201eerhebliche Risiken und Nebenwirkungen\u201c in sich: Sollte der O-Lkw in Deutschland eine nationale Insell\u00f6sung bleiben, k\u00f6nnte damit nur ein Viertel des Lkw-Verkehrs auf den Autobahnen elektrifiziert werden. Offen sei auch, wie die O-Lkw auf Strecken ohne Oberleitung angetrieben werde. Angesichts eines zweistelligen Milliardenbetrags f\u00fcr die Infrastruktur stelle sich die Frage, ob das Geld an anderer Stelle nicht sinnvoller verwendet werden k\u00f6nne. Das BMVI setze daher f\u00fcr den schweren Fernverkehrs-Lkw auf Wasserstoff und Brennstoffzelle. Das BMVI will im Fr\u00fchjahr 2017 eine Fortschreibung der MKS ver\u00f6ffentlichen<\/p>\n<h5>Renaissance des O-Busses?<\/h5>\n<p>An anderer Stelle will das BMVI aber sehr wohl auf Oberleitung setzen \u2013 und zwar beim Bus, k\u00fcndigte die zust\u00e4ndige Unterabteilungsleiterin Birgitta Worringen an: Mit drei Pilotprojekten in Solingen, Marburg und Trier will das Ministerium Hybrid-O-Busse erproben, die auf der Kernstrecke unter Draht fahren und au\u00dferhalb mit Batterie. \u201eEs ist die kosteng\u00fcnstigste Elektrifizierungsoption\u201c, sagte Worringen. Ein Forschungsprojekt zum automatischen Hochfahren und \u201eAufgleisen\u201c der Stromabnehmer sei in Arbeit.<\/p>\n<h5>Neues F\u00f6rderprogramm f\u00fcr Nfz angek\u00fcndigt<\/h5>\n<p>Barthle k\u00fcndigte an, neben dem schon l\u00e4nger geplanten F\u00f6rderprogramm f\u00fcr emissionsarme schwere Lkw ab 7,5t auch alternative Antriebe bei leichten Nutzfahrzeugen f\u00fcr den Liefer- und Verteilerverkehr zu f\u00f6rdern. Barthle zeigte sich zuversichtlich, dass in diesem Bereich bis 2030 eine fast vollst\u00e4ndige Elektrifizierung m\u00f6glich ist.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend das erstgenannte Programm aus Mautharmonisierungsmitteln finanziert wird, sind f\u00fcr das zweite Programm Mittel aus dem Energie- und Klimafonds (EKF) geplant.<\/p>\n<h5>Zweifel an \u201eBr\u00fcckentechnologien\u201c<\/h5>\n<p>Komprimiertem Erdgas (CNG) und Fl\u00fcssigerdgas (LNG) billigt das Ministerium im Lkw nur den Status einer \u00dcbergangstechnologie zu. Zwar sei damit eine schlagartige Reduzierung der Luftschadstoffe auf Null m\u00f6glich, der Beitrag zur Dekarbonisierung bleibe aber gering. Worringen nannte als Grund auch die geringe Energieeffizienz.<\/p>\n<p>Nicholas Minde vom Speditionskonzern K\u00fchne+Nagel goss noch zus\u00e4tzliches Wasser in den Wein: Eine LNG- und CNG-Infrastruktur f\u00fcr Lkw sei sp\u00e4testens 2050 obsolet. Investitionen in diese Technik d\u00fcrften also nicht zu hoch sein, wenn sie sich in den verbleibenden 35 Jahren amortisieren sollen. Dennoch will das Ministerium ein F\u00f6rderprogramm f\u00fcr CNG auflegen und im Fr\u00fchjahr 2017 zu ersten Projektskizzen auffordern.<\/p>\n<p>Unstrittig blieb, dass LNG in der Binnen- und Seeschifffahrt eine entscheidende Rolle spielen wird. Bedauerlich ist aus Sicht von Worringen, dass die Branche noch z\u00f6gert. Das BMVI will deshalb eine Runden Tisch mit den Stakeholdern einrichten.<\/p>\n<h5>Schiene geht nicht leer aus<\/h5>\n<p>Worringen k\u00fcndigte an, die Elektrifizierung des Schiene mit rund 80-100 Mio. EUR zus\u00e4tzlich zu f\u00f6rdern. Das Geld soll ebenfalls aus dem EKF kommen.<\/p>\n<p>Deutlich wurde aber auch, dass die Verkehrsverlagerung auf Schiene sowie Rad- und Fu\u00dfverkehr nur einen begrenzten Beitrag zur Dekarbonisierung leisten kann. Gernot Liedtke vom Forschungsinstitut DLR stellte eine auf realistischen bis ambitioniert-realistischen Szenarien basierte Untersuchung f\u00fcr den Zeitraum bis 2030 vor, wonach auf diesem Weg h\u00f6chstens 10 Prozent CO2-Einsparung m\u00f6glich sind.<\/p>\n<p>Auf Marktsegmente heruntergebrochen kann der Schieneng\u00fcterfernverkehr einen Beitrag von bis zu 18 Prozent CO2-Einsparung leisten, muss daf\u00fcr aber einen Modal-Split-Anteil von 35 Prozent erreichen. Im Nahverkehr sind bei \u00dcbertragung des Radfahrverhalten der Niederl\u00e4nder und des \u00d6PNV-Verhaltens der Schweiz immerhin noch 16 Prozent Einsparung drin. Im Schienenpersonenfernverkehr hingegen betr\u00e4gt das Einsparpotenzial im g\u00fcnstigsten Fall 6,5 Prozent. Um die ambitionierten Szenarien umzusetzen, seien aber j\u00e4hrlich 1 bis 2 Mrd. EUR zus\u00e4tzliche Investitionen n\u00f6tig. (roe)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Deutschland sollte nicht zu fr\u00fch auf Optionen wie den Oberleitungs-Lkw setzen. Davor warnte Verkehrsstaatssekret\u00e4r Norbert Barthle am Dienstag auf der Jahreskonferenz der Mobilit\u00e4ts- und Kraftstoffstrategie (MKS) in Berlin. 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