{"id":1849211,"date":"2016-11-09T20:04:00","date_gmt":"2016-11-09T20:04:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.verkehrsbrief.de\/streit-uber-bvwp-methodik-fur-strase"},"modified":"2016-11-09T20:04:00","modified_gmt":"2016-11-09T20:04:00","slug":"streit-uber-bvwp-methodik-fur-strase","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/?p=1849211","title":{"rendered":"Streit \u00fcber BVWP-Methodik f\u00fcr Stra\u00dfe"},"content":{"rendered":"<p>Von Linken und Gr\u00fcnen bestellte Sachverst\u00e4ndige warfen dem Ministerium und seinen Gutachtern vor, den Stra\u00dfenprojekten ungerechtfertigt hohe Nutzen unterstellt und die Kosten kleingerechnet zu haben.<\/p>\n<p>Wulf Hahn vom Ingenieurb\u00fcro sagte, der monet\u00e4re Nutzen durch Zeitgewinne von gesch\u00e4ftlichen Pkw-Fahrern sei unrealistisch hoch angesetzt worden. Folge man anderen Denkschulen, w\u00fcrde zum Beispiel das NKV der A39 von 2,0 auf 1,5 verringern. Vertreter des BMVI wandten gegen\u00fcber dem Verkehrsbrief aber ein, dass auch der andere Ansatz hochgradig umstritten sei.<\/p>\n<p>Hahn kritisierte weiter, w\u00e4ren die Investitionen mit einem realistischen Kilometersatz von 15 Mio. EUR veranschlagt worden, l\u00e4ge das Projekt sogar im negativen Bereich.<\/p>\n<p>Fehlerhaft sei bei der A20 die Berechnung des Fl\u00e4chenverbrauchs. Zum einen sei jeweils nur der nackte Fahrbahnquerschnitt herangezogen worden, ohne D\u00e4mme, Einschnitte, Parkpl\u00e4tze sowie Tank- und Rastanlagen. Au\u00dfer Acht geblieben seien ferner die Ausgleichsfl\u00e4chen, die im Regelfall rund das Dreifache der eigentlichen Verkehrsanlage beanspruchen.<\/p>\n<h5>B\u00fcrgerw\u00fcnsche ignoriert?<\/h5>\n<p>Einen heftigen Wortwechsel gab es zwischen Hilmar von Lojewski vom Deutschen St\u00e4dtetag und dem SPD-Berichterstatter Gustav Herzog. Von Lojewski hatte dem BMVI vorgeworfen, die Umfahrung Passaus (B388) gegen den erkl\u00e4rten Willen der Stadt als Nordumfahrung aufgenommen zu haben. Herzog hielt dagegen, der BVWP stelle nur den abstrakten Bedarf und nicht eine Variante fest. Welche Variante die bessere ist, m\u00fcsse im Planfeststellungsverfahren abgewogen werden.<\/p>\n<p>Zu den Kostensch\u00e4tzungen sagte von Lojewski, wenn die Projekte wirklich Akzeptanz bei den B\u00fcrgern finden sollen, m\u00fcsse man gegebenenfalls auch mehr Geld in die Hand nehmen. Gegebenenfalls sei dann die Projektliste zu k\u00fcrzen und auch das Nutzen-Kosten-Verh\u00e4ltnis zur\u00fcckzustellen. Als Fallbeispiele nannte er neben Passau die Diskussion in Leverkusen um Stelze versus Tunnel im Zulauf auf die Rheinbr\u00fccke.<\/p>\n<h5>\u201ePrognoseinstrumente sind verifiziert\u201c<\/h5>\n<p>Gegen den Vorwurf unrealistisch hoher Verkehrsprognosen verteidigte sich Henryk Bolik vom Ingenieurb\u00fcro IVV, das an der BVWP-Erstellung beteiligt war. Die Methodik sei anhand des Vergleichs von errechneten Zahlen f\u00fcr die Gegenwart mit Verkehrsz\u00e4hlungen verifiziert worden. Die Empfindlichkeit (Sensitivit\u00e4t) gegen\u00fcber Ver\u00e4nderung der Rahmendaten sei aber hoch: Betrage das Wirtschaftswachstum statt 1 Prozent nur 0,75 Prozent, gehe das Verkehrsaufkommen um 5 bis 10 Prozent zur\u00fcck. (roe)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Linken und Gr\u00fcnen bestellte Sachverst\u00e4ndige warfen dem Ministerium und seinen Gutachtern vor, den Stra\u00dfenprojekten ungerechtfertigt hohe Nutzen unterstellt und die Kosten kleingerechnet zu haben. 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