{"id":1848350,"date":"2016-11-07T19:53:00","date_gmt":"2016-11-07T19:53:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.verkehrsbrief.de\/experten-empfehlen-abkehr-vom-instrument-bvwp"},"modified":"2016-11-07T19:53:00","modified_gmt":"2016-11-07T19:53:00","slug":"experten-empfehlen-abkehr-vom-instrument-bvwp","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/?p=1848350","title":{"rendered":"Experten empfehlen Abkehr vom Instrument BVWP"},"content":{"rendered":"<p>Statt alle zehn bis 20 Jahre einen \u201egro\u00dfen Wurf\u201c zu versuchen, der von den Entwicklungen noch in seiner Aufstellungsphase \u00fcberholt werde, sei ein \u201erollierendes System\u201c in f\u00fcnfj\u00e4hrigem Abstand sinnvoller, sagte der Verkehrswissenschaftler Prof. Kai Nagel von der TU Berlin.<\/p>\n<p>Martin Vieregg von der Verkehrsberatung Vieregg-R\u00f6ssler nannte als Beispiel das Wachstum M\u00fcnchens von 1,3 auf absehbar 1,8 Mio. Einwohner; f\u00fcr den BVWP sei aber wegen des langen Vorlaufs nur ein v\u00f6llig unzureichendes Projekt Bahnknoten M\u00fcnchen angemeldet worden. Auch f\u00fcr den Bahnknoten Frankfurt sei offensichtlich, dass die angemeldeten Ma\u00dfnahmen schon jetzt \u201eauf Kante\u201c gen\u00e4ht sind.<\/p>\n<p>Christoph Walter von der Verkehrsberatung PTV sieht in einem rollierenden Verfahren die Chance, umfangreichere Modelle durchzurechnen, was im jetzigen BVWP-Verfahren aus Zeitmangel kaum m\u00f6glich ist. Er bem\u00e4ngelte, dass es in Deutschland \u201ekeine Kultur f\u00fcr ex-post-Analysen\u201c gibt \u2013 das mache es schwer, aus m\u00f6glichen Fehlern abgeschlossener Projekte zu lernen.<\/p>\n<h5>Bew\u00e4ltigung prognostizierter Mengen statt verkehrspolitischer Ziele<\/h5>\n<p>Aus dem gr\u00fcn-alternativen Spektrum wurde kritisiert, dass der BVWP 2030 nur darauf ausgerichtet sei, das prognostizierte Verkehrswachstum zu bew\u00e4ltigen, statt sich mit der Frage auseinanderzusetzen, welche Ziele Verkehr im Verh\u00e4ltnis zu \u00fcbergeordneten gesellschaftlichen Zielen verfolgen soll. Der BVWP besch\u00e4ftige sich nur mit Infrastruktur, nicht mit verkehrspolitischer Gestaltung, bem\u00e4ngelte Imke Steinmeyer von der Berliner Senatsverwaltung f\u00fcr Stadtentwicklung und Umwelt.<\/p>\n<p>Walther verwies auf den Auftrag und r\u00e4umte ein: \u201eDass Sie die Klimaziele nicht erreichen, ist logische Folge.\u201c Daf\u00fcr m\u00fcssten andere Instrumente herangezogen werden, zum Beispiel die Mobilit\u00e4ts- und Kraftstoffstrategie.<\/p>\n<p>Werner Reh vom Umweltverband BUND bem\u00e4ngelte erneut (siehe <a href=\"http:\/\/www.verkehrsbrief.de\/bvwp-gesetze-sollen-auf-eis-gelegt-werden-1846509.html\">hier<\/a>), dass es im BVWP-Bewertungsprozess zwar Variantenpr\u00fcfungen innerhalb desselben Verkehrstr\u00e4gers gegeben habe, aber keine echte verkehrstr\u00e4ger\u00fcbergreifende Alternativenpr\u00fcfung. Deswegen seien viele Stra\u00dfenprojekte unkritisch in den vordringlichen Bedarf \u00fcbernommen worden.<\/p>\n<p>Stefan Gerwens vom stra\u00dfennahen Verband Pro Mobilit\u00e4t zeigte sich aber zuversichtlich, dass die jetzt im BVWP vorgesehenen Investitionen in den Stra\u00dfenbau nicht verloren seien: Sie sei mit alternativen Antrieben kompatibel, und ob das autonome Fahren mehr oder weniger Kraftfahrzeugverkehr mit sich bringe, sei derzeit nicht seri\u00f6s absch\u00e4tzbar. (roe)<\/p>\n<\/p>\n<p><b>Externe Links:<\/b><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.bmvi.de\/SharedDocs\/DE\/Publikationen\/G\/bundesverkehrswegeplan-2030-gesamtplan.pdf?__blob=publicationFile\" target=\"_blank\">Bundesverkehrswegeplan 2030<\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/dip21.bundestag.de\/dip21\/btd\/18\/080\/1808075.pdf\">Antrag der Linken, den BVWP 2030 zur\u00fcckzuziehen<\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/dip21.bundestag.de\/dip21\/btd\/18\/080\/1808083.pdf\">Antrag der Gr\u00fcnen, den BVWP zum Bundesnetzplan umzuwandeln<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Statt alle zehn bis 20 Jahre einen \u201egro\u00dfen Wurf\u201c zu versuchen, der von den Entwicklungen noch in seiner Aufstellungsphase \u00fcberholt werde, sei ein \u201erollierendes System\u201c in f\u00fcnfj\u00e4hrigem Abstand sinnvoller, sagte der Verkehrswissenschaftler Prof. Kai Nagel von der TU Berlin. 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