{"id":1805232,"date":"2016-06-22T19:09:00","date_gmt":"2016-06-22T19:09:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.verkehrsbrief.de\/uba-zieht-mit-zwei-studien-fur-energiewende-im-verkehr-ins-feld"},"modified":"2016-06-22T19:09:00","modified_gmt":"2016-06-22T19:09:00","slug":"uba-zieht-mit-zwei-studien-fur-energiewende-im-verkehr-ins-feld","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/?p=1805232","title":{"rendered":"UBA zieht mit zwei Studien f\u00fcr Energiewende im Verkehr ins Feld"},"content":{"rendered":"<p>Zusammen mit anderen Ma\u00dfnahmen zur Verkehrsvermeidung und Verlagerung von der Stra\u00dfe auf umweltfreundlichere Verkehrstr\u00e4ger lie\u00dfen sich so bis 2050 die Treibhausgasemissionen im inl\u00e4ndischen Verkehr gegen\u00fcber 1990 um 95 Prozent reduzieren \u2013 damit w\u00e4re das Ziel des Pariser Klimaschutzabkommens erreicht.<\/p>\n<p>Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie des Umweltbundesamtes, die in der vergangenen Woche vorgestellt wurde. Untersucht wurden ein Referenzszenario, in dem prinzipiell ein \u201eWeiter so\u201c in der Verkehrspolitik unterstellt wurde, sowie ein Klimaschutzszenario, in dem die Verkehrspolitik stark auf Klimaschutz ausgerichtet wird.<\/p>\n<p>Erg\u00e4nzend wurde ein \u201eKlimaschutzszenario E+\u201c untersucht, das noch einmal st\u00e4rker auf direkte elektrische Antriebe im Verkehr setzt \u2013 deswegen \u201eE+\u201c. Ein Nachteil des Klimaschutzszenarios ist n\u00e4mlich, dass es stark auf fl\u00fcssige und gasf\u00f6rmige Treibstoffe setzt, die aus Strom gewonnen werden(Power to Liquid\/Power to Gas). Damit werden zwar die Treibhausgasemissionen verringert; wegen der hohen Umwandlungsverluste droht Deutschland damit aber wieder zum Stromimporteur zu werden. F\u00fcr den schweren Lkw auf langen Strecken ist Batterieantrieb aber nicht praktikabel.<\/p>\n<p>Deswegen haben die Gutachter im Klimaschutzszenario E+ vertieft die Auswirkungen von Oberleitungs-Hybrid-Lkw (OH-Lkw) untersucht. Zusammen mit einer forcierten Einf\u00fchrung von Elektro-Pkw erg\u00e4be sich daraus eine zus\u00e4tzliche Minderung des Strombedarfs um 6 Prozent. Damit der OH-Lkw f\u00fcr die Transportunternehmer tats\u00e4chlich interessant wird, m\u00fcssten die Nachbarl\u00e4nder aber auch beim Ausbau ihrer Autobahnen mitmachen, schr\u00e4nken die Autoren ein.<\/p>\n<h5>Umfangreicher Ma\u00dfnahmenkatalog<\/h5>\n<p>F\u00fcr das Klimaschutzszenario schl\u00e4gt die Studie unter anderem folgende Ma\u00dfnahmen vor:<\/p>\n<\/p>\n<p><b>Personenverkehr<\/b><\/p>\n<ul>\n<li>In der Siedlungsplanung auf kurze Wege setzen und Pendlerpauschale ersatzlos streichen<\/li>\n<li>Verdr\u00e4ngung des innerst\u00e4dtischen motorisierten Individualverkehrs durch Verteuern und Verknappen des Parkraums sowie Zufahrtsbeschr\u00e4nkungen; Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit.<\/li>\n<li>Ausbau der \u00d6PNV-Infrastruktur, F\u00f6rderung durch GVFG-Bundesprogramm, Erh\u00f6hung der Regionalisierungsmittel; Kostenbeteiligung \u201eindirekter Nutznie\u00dfer\u201c des \u00d6PNV zum Beispiel durch \u00d6PNV-Erschlie\u00dfungsbeitr\u00e4ge<\/li>\n<li>F\u00f6rderung des Carsharing durch Parkplatz- und Steuerprivilegierung; integrierte Entgeltsysteme f\u00fcr \u00d6PNV und Carsharing<\/li>\n<li>F\u00f6rderung des Rad- und Fu\u00dfverkehrs f\u00fcr k\u00fcrzere Strecken; besondere Ber\u00fccksichtigung von Pedelecs<\/li>\n<li>Ausbau des Schienenpersonenfernverkehrs durch mehr Verbindungen in die Fl\u00e4che und dichtere Takte: Erm\u00f6glichung von mehr Fahrradmitnahme oder im Preis integriertem Leihfahrrad am Ziel<\/li>\n<li>Novelle des Bundesreisekostengesetzes: Senkung der Kilometerpauschale auf 15 ct\/km, volle Erstattung nur f\u00fcr \u00f6ffentliche Verkehrsmittel<\/li>\n<li>Steuerliche Absetzbarkeit von Firmenwagen an CO2-Aussto\u00df koppeln<\/li>\n<li>Steuerliche Absetzbarkeit f\u00fcr privat mitgenutzte Firmenwagen deckeln<\/li>\n<li>Fahrleistungsabh\u00e4ngige Pkw-Maut zur Deckung externer Kosten<\/li>\n<li>Keine Umrechnung des 95-Gramm-Ziels f\u00fcr Pkw bei \u00dcbergang von NEFZ- auf WLTP-Verbrauchsmesszyklus; weitere stufenweise Absenkung auf 65g bis 2030<\/li>\n<li>Bonus-Malus-Regelung beim Kauf besonders klimafreundlicher bzw. -sch\u00e4dlicher Pkw<\/li>\n<li>Tempo 120 auf Autobahnen, Tempo 80 auf Landstra\u00dfen<\/li>\n<li>Privilegierung von E-Kfz bei Stellpl\u00e4tzen und Durchfahrverboten<\/li>\n<li>F\u00f6rderung von alternativen Antrieben bei (Stadt-) Bussen<\/li>\n<li>CO2-differenzierte Maut f\u00fcr Fern- und Reisebusse<\/li>\n<\/ul>\n<p><b>G\u00fcterverkehr<\/b><\/p>\n<ul>\n<li>Lang-Lkw auf vorher definiertem Netz ohne Konkurrenzierung der Schiene<\/li>\n<li>Weitere Liberalisierung der Kabotage zur Verminderung von Leerfahrten<\/li>\n<li>Ausweitung der Lkw-Maut auf das gesamte Stra\u00dfennetz und auf Lkw unter 7,5t<\/li>\n<li>Differenzierung der Lkw-Maut nach Verbrauch\/CO2-Aussto\u00df<\/li>\n<li>Differenzierung der Maut nach Fahrtl\u00e4ngen und\/oder Auslastungsgrad<\/li>\n<li>H\u00f6here Energiesteuer mit Treibhausgas-Zuschlag<\/li>\n<li>Null-Emissionszonen in Innenst\u00e4dten<\/li>\n<li>B\u00fcndelung von Innenstadtlogistik durch regulativen Druck<\/li>\n<li>Benutzervorteile f\u00fcr Fahrzeuge mit alternativen Antrieben<\/li>\n<li>Finanzielle F\u00f6rderung des Kombinierten Verkehrs f\u00fcr Investitionen und Betrieb<\/li>\n<li>Bessere europ\u00e4ische Interoperabilit\u00e4t bei der Eisenbahn<\/li>\n<li>H\u00f6here Priorit\u00e4t von G\u00fcterverkehrstrassen gegen\u00fcber SPNV-Trassen<\/li>\n<li>Ausbau der gro\u00dfen Bahn-G\u00fcterverkehrskorridore<\/li>\n<li>Elektrifizierung von Bahnstrecken<\/li>\n<li>Taktbetrieb auch f\u00fcr den Schieneng\u00fcterverkehr<\/li>\n<li>Schnellere G\u00fcterz\u00fcge f\u00fcr bessere Kompatibilit\u00e4t mit dem schnellen Personenverkehr<\/li>\n<li>L\u00e4ngere G\u00fcterz\u00fcge \u2013 mindestens 750m<\/li>\n<\/ul>\n<h5>Weitere Studie zu Infrastrukturfinanzierung<\/h5>\n<p>In diese Studie sind die Ergebnisse einer weiteren neuen Studie des UBA zur Finanzierung einer nachhaltigen G\u00fcterverkehrsinfrastruktur eingegangen, deren Zeithorizont aber nur bis 2030 reicht. Untersucht wird ebenfalls anhand eines Referenzszenarios und eines Zielszenarios, wie die negativen Umweltwirkungen und der Energieverbrauch des G\u00fcterverkehrs verringert werden kann. Damit ist das Gutachten unausgesprochen als kritische Gegenthese zum BVWP 2030 anzusehen. (roe)<\/p>\n<\/p>\n<p><b>Externe Links:<\/b><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.umweltbundesamt.de\/sites\/default\/files\/medien\/376\/publikationen\/kurzfassung_klimaschutzbeitrag_des_verkehrs_2050.pdf\">Klimaschutzbeitrag des Verkehrs bis 2050 \u2013 Kurzfassung<\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.umweltbundesamt.de\/sites\/default\/files\/medien\/378\/publikationen\/texte_56_2016_klimaschutzbeitrag_des_verkehrs_2050_0.pdf\">Klimaschutzbeitrag des Verkehrs bis 2050 \u2013 Langfassung<\/a><\/p>\n<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.umweltbundesamt.de\/sites\/default\/files\/medien\/376\/publikationen\/kurzfassung_finanzierung_nachhaltige_guterverkehrsinfrastruktur.pdf\">Finanzierung einer nachhaltigen G\u00fcterverkehrsinfrastruktur &#8211; Kurzfassung<\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.umweltbundesamt.de\/sites\/default\/files\/medien\/378\/publikationen\/texte_53_2016_finanzierung_einer_nachhaltigen_gueterverkehrsinfrastruktur_0.pdf\">Finanzierung einer nachhaltigen G\u00fcterverkehrsinfrastruktur &#8211; Langfassung<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zusammen mit anderen Ma\u00dfnahmen zur Verkehrsvermeidung und Verlagerung von der Stra\u00dfe auf umweltfreundlichere Verkehrstr\u00e4ger lie\u00dfen sich so bis 2050 die Treibhausgasemissionen im inl\u00e4ndischen Verkehr gegen\u00fcber 1990 um 95 Prozent reduzieren \u2013 damit w\u00e4re das Ziel des Pariser Klimaschutzabkommens erreicht. 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