{"id":1800354,"date":"2016-06-06T19:27:00","date_gmt":"2016-06-06T19:27:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.verkehrsbrief.de\/kaufpramie-fur-e-autos-bleibt-zankapfel"},"modified":"2016-06-06T19:27:00","modified_gmt":"2016-06-06T19:27:00","slug":"kaufpramie-fur-e-autos-bleibt-zankapfel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/?p=1800354","title":{"rendered":"Kaufpr\u00e4mie f\u00fcr E-Autos bleibt Zankapfel"},"content":{"rendered":"<p>Bei einer nicht repr\u00e4sentativen Umfrage in einem Workshop am Montagmorgen gab von rund 50 Teilnehmern etwa ein Viertel an, ein Elektroauto zu fahren \u2013 aber ausschlie\u00dflich als Firmenwagen.<\/p>\n<h5>Kritik an deutscher Autoindustrie rei\u00dft nicht ab<\/h5>\n<p>Dementsprechend \u00fcberwog auch die Skepsis, ob die Kaufpr\u00e4mie wirklich einen Aufschwung in den Zulassungszahlen bewirkt. Viele Teilnehmer des Workshops sprachen jedoch davon, dass die Pr\u00e4mie nicht \u00fcber den Kauf eines Elektroautos entscheiden werde. Grunds\u00e4tzliche Probleme blieben, wie zu geringe Reichweite, fehlende Ladeinfrastruktur und mangelnde Modellvielfalt. So plant Ford von der Elektrovariante seines Brot- und Buttermodells Focus keinen Kombi, weil daf\u00fcr nur in Deutschland Nachfrage zu erwarten sei. Bei Firmenwagen komme hinzu, dass die Statusdifferenzierung derzeit nur \u00fcber die Ausstattung und kaum \u00fcber die Wagengr\u00f6\u00dfe m\u00f6glich sei.<\/p>\n<p>Mehrfach wurde auf der Veranstaltung Desinteresse der H\u00e4ndler konstatiert, Elektroautos zu verkaufen \u2013 dem Vernehmen nach sind die Provisionen geringer als bei herk\u00f6mmlichen Autos. Anders als bei konventionellen Fahrzeugen gebe es in der Praxis auch keine H\u00e4ndlerrabatte.<\/p>\n<p>Einer der Teilnehmer stellte die These in den Raum, dass die (deutsche) Autoindustrie mit der Elektrifizierung bei den falschen Fahrzeugen angefangen habe: \u201eInnovative Technologie wird \u00fcber die Oberklasse eingef\u00fchrt\u201c, sagte er.<\/p>\n<p>Festgestellt wurde aber auch, dass die Kaufpr\u00e4mie als Startsignal von Bedeutung sein k\u00f6nnen. Verkehrsstaatssekret\u00e4r Rainer Bomba hob in einer Podiumsdiskussion am Nachmittag ebenfalls hervor, dass er in der vor etwa zwei Jahren aufgekommenen Forderung der Industrie nach der lange Zeit abgelehnten Kaufpr\u00e4mie ein wichtiges Zeichen f\u00fcr die Marktreife sieht. Optimistisch zeigte sich Henning Kagermann, Vorsitzender der Nationalen Plattform Elektromobilit\u00e4t: Er erwartet von der Kaufpr\u00e4mie den Verkauf 250.000 zus\u00e4tzlicher Elektroautos.<\/p>\n<h5>Elektroauto belohnt Vielfahrer<\/h5>\n<p>Unstrittig war, dass sich ein Elektroauto bei h\u00f6heren Fahrleistungen wirtschaftlich schnell lohnt (total cost of ownership). Psychologisches Hindernis sei aber der hohe Kaufpreis am Anfang. Vorgetragen wurde das Beispiel eines Taxifahrers, dessen unrabattierter Tesla sich schon nach drei Jahren und rund 300.000km dank geringerer \u201eKraftstoff\u201c- und Wartungskosten (Bremsen!) gegen\u00fcber einem rabattierten E-Klasse-Mercedes amortisiert habe.<\/p>\n<p>Best\u00e4tigt wird das durch einen Online-Rechner, mit dem gewerbliche Anwender die Kosten von E-Kfz mit konventionellen Fahrzeugen vergleichen k\u00f6nnen. Das Programm wurde vom \u00d6ko-Institut Freiburg im Rahmen der Schaufenster Elektromobilit\u00e4t entwickelt und am Montag erstmals \u00f6ffentlich vorgestellt (externer Link <a href=\"http:\/\/oekoinstitut.github.io\/kostenrechner\/#\/\">hier<\/a>).<\/p>\n<h5>Post will Kaufpr\u00e4mie anzapfen<\/h5>\n<p>Ein gewerblicher Nutzer, der sich ebenfalls zufrieden zeigte, war Achim Kampker von der Deutschen Post. Der in Eigenregie produzierte Lieferwagen Streetscooter sei bei den Mitarbeitern extrem beliebt. Die Wartungskosten l\u00e4gen 30 Prozent unter denen f\u00fcr konventionelle Fahrzeuge. Er kritisierte allerdings, dass derzeit im Markt f\u00fcr Elektromobilit\u00e4t sehr viele Anbieter unterwegs seien, \u201edie die Hand aufhalten\u201c. Deswegen habe sich die Deutsche Post entschlossen, m\u00f6glichst viele Leistungen intern zu erbringen oder von wenigen Kernpartner einzukaufen. Auf Nachfrage best\u00e4tigte Kampker Mutma\u00dfungen, dass das mehrheitlich staatseigene Unternehmen f\u00fcr den Streetscooter die Kaufpr\u00e4mie in Anspruch nehmen will.<\/p>\n<p>Etwas \u00fcberraschend hingegen berichtete Wolfgang Gruel vom Carsharing-Anbieter Car2Go, dass die Kosten f\u00fcr E-Autos dort h\u00f6her seien. Ein Faktor seien Fahrzeuge, denen der Strom ausgehe und die dann abgeschleppt werden m\u00fcssten. Ein weiterer Faktor seien die Ladezeiten, w\u00e4hrend der das Auto nicht f\u00fcr die Kunden zur Verf\u00fcgung stehe. Sein Unternehmen setze aber darauf, dass die digitale Vernetzung und das automatisierte Fahren Fahrzeug und Nachfrager in Zukunft besser zusammenbringe.<\/p>\n<h5>Norweger empfehlen \u201eDonut-Prinzip\u201c f\u00fcr Ladeinfrastruktur<\/h5>\n<p>Ole Henrik Hannisdahl vom norwegischen Lades\u00e4ulen-Dienstleister Groenn Kontakt \u00fcbte indirekte Kritik an der deutschen Politik, den Aufbau einer fl\u00e4chendeckenden Ladeinfrastruktur zu f\u00f6rdern. Damit werde der Anreiz f\u00fcr Autohersteller vermindert, die Reichweite ihrer Fahrzeuge zu verbessern, und dem Verbraucher werde damit weiterhin auferlegt, sein Nutzungsverhalten zu \u00e4ndern. Er pl\u00e4dierte daf\u00fcr, zuerst m\u00f6glichst viele Autos in den Markt zu bringen. Den Anfang sollte der \u201eDonut\u201c (Speckg\u00fcrtel) um die Innenst\u00e4dte machen, wo die Menschen ihre Fahrzeuge zu Hause laden k\u00f6nnen. (roe)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bei einer nicht repr\u00e4sentativen Umfrage in einem Workshop am Montagmorgen gab von rund 50 Teilnehmern etwa ein Viertel an, ein Elektroauto zu fahren \u2013 aber ausschlie\u00dflich als Firmenwagen. Kritik an deutscher Autoindustrie rei\u00dft nicht ab Dementsprechend \u00fcberwog auch die Skepsis, ob die Kaufpr\u00e4mie wirklich einen Aufschwung in den Zulassungszahlen bewirkt. 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