{"id":1795849,"date":"2016-05-23T17:52:00","date_gmt":"2016-05-23T17:52:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.verkehrsbrief.de\/annaherung-bei-gesamtkonzept-elbe-erkennbar"},"modified":"2016-05-23T17:52:00","modified_gmt":"2016-05-23T17:52:00","slug":"annaherung-bei-gesamtkonzept-elbe-erkennbar","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/?p=1795849","title":{"rendered":"Ann\u00e4herung bei Gesamtkonzept Elbe erkennbar"},"content":{"rendered":"<p>Nachdem die unterschiedlichen Interessen und Ziele in \u201eThemenfelder\u201c zusammengefasst worden seien, h\u00e4tten sich im Beratergremium deutliche Schnittmengen herausgestellt, zum Beispiel beim Thema Sohlerosion. Das war am Rande der Regionalkonferenz zum Gesamtkonzept Elbe am Montag in Magdeburg zu h\u00f6ren. W\u00e4hrend die Schifffahrt vor allem Wert auf verl\u00e4ssliche Fahrrinnentiefen legt, wollen die Umwelt- und Natursch\u00fctzer die Auenlandschaft bewahren.<\/p>\n<p>Das Gesamtkonzept Elbe wird derzeit gemeinsam von BMVI und Bundesumweltministerium (BMUB) erarbeitet und soll bis Ende des Jahres vorliegen. Ziel sind Leitlinien f\u00fcr den Ausgleich der Interessen von Wirtschaft &#8211; namentlich der Schifffahrt &#8211; und Natur- und Umweltschutz. Begleitet wird die Arbeit von einem neunk\u00f6pfigen Beratergremium aus Wirtschaft, Natursch\u00fctzern und Kirche. Das Beratergremium hat seit der Einsetzung im Herbst 2015 neun Mal getagt.<\/p>\n<h5>Sohlerosion ist Konsens- und Konfliktthema zugleich<\/h5>\n<p>Einen Versuch zum Ausgleich der Interessen will die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) an einer rund 20km Pilotstrecke bei Kl\u00f6den unternehmen. Um die Sohlerosion \u2013 das Fortschwemmen des Flussbodens \u2013 zu verringern, soll das Flussbett bei Mittelwasser verbreitert werden, indem Buhnen entfernt werden. Dadurch wird die Flie\u00dfgeschwindigkeit verringert \u2013 allerdings geht damit auch die Abladetiefe bei Mitelwasser gegen\u00fcber heute zur\u00fcck. Boris Kluge vom Binnenhafenverband B\u00d6B sieht deshalb auch noch Diskussionsbedarf. Bisher beruht die Wirtschaftlichkeit der Elbeschifffahrt zu einem gro\u00dfen Teil auf einer Mischkalkulation zwischen Zeit mit Normal- und Niedrigwasserst\u00e4nden.<\/p>\n<p>Im Kl\u00f6den-Konzept ist vorgesehen, dass die Elbe nur bei Niedrigwasser in ihr jetziges k\u00fcnstlich schmales Bett zur\u00fcckf\u00e4llt, das deswegen mit \u201eGeschiebezugabe\u201c (Schotter) stabilisiert werden. Iris Brunar vom Naturschutzverband BUND geht das nicht weit genug. Sie pl\u00e4dierte daf\u00fcr, den Fluss durch Schlingen zu verl\u00e4ngern, um so die Flie\u00dfgeschwindigkeit zu verringern \u201eUnd damit sind wir beim Konflikt.\u201c<\/p>\n<h5>Kompensation f\u00fcr Schifffahrt?<\/h5>\n<p>\u201eSchifffahrt ist immer m\u00f6glich\u201c, betonte Kluge, \u201eaber sie muss auch wirtschaftlich sein.\u201c Nicht nur Hans Joachim D\u00f6ring von der evangelischen Kirche, sondern auch wirtschaftsnahe Kreise brachten deshalb eine finanzielle Kompensation f\u00fcr die Binnenschifffahrt auf der Elbe ins Spiel, um durch Naturschutz verursachte Kostennachteile auszugleichen. Nur kurz angerissen wurde das Thema \u201eflussangepasstes Schiff\u201c. Kluge machte deutlich, dass die heute auf der Elbe fahrenden Schiffe auch anderen Fahrtgebieten gen\u00fcgen m\u00fcssen. Gebe es mehr Verl\u00e4sslichkeit, fiele die Entscheidung f\u00fcr die Anschaffung flussangepasster Schiffe m\u00f6glicherweise auch leichter.<\/p>\n<h5>Kompromissbereitschaft angemahnt<\/h5>\n<p>Helge Wendenburg vom BMUB mahnte die Umweltverb\u00e4nde indirekt, nicht mit Maximalforderungen bei der Sohlstabililisierung Kompromissm\u00f6glichkeiten zu verbauen. \u201eDann werden wir in 20 Jahren nicht \u00fcber Schifffahrt diskutieren, aber Auen und Felder werden trockenfallen. Und dann werden wir uns \u00fcber ganz andere wasserbauliche Ma\u00dfnahmen unterhalten m\u00fcssen.\u201c Auch Reinhard Klingen von BMVI mahnte zu Kompromissbereitschaft: \u201eWenn jeder von seinem 100-Prozent-Ziel heruntergeht und sich 80 oder 90 Prozent zufriedengibt, ist viel erreicht.\u201c<\/p>\n<h5>Wirtschaftsfaktor Elbe mit vielen Facetten<\/h5>\n<p>Deutlich wurde aber auch, dass wirtschaftliche Interessen entlang der Elbe inzwischen nicht mehr allein an die Schifffahrt gebunden sind. Brunar sagte, allein in Sachsen-Anhalt werde j\u00e4hrlich ein dreistelliger Millionenumsatz mit Radtourismus entlang der Elbe gemacht. Schon deshalb lohne sich der Erhalt der Auenlandschaft.<\/p>\n<h5 align=\"JUSTIFY\">Befremden \u00fcber Demonstration am Sonntag<\/h5>\n<p align=\"JUSTIFY\">Als \u201einakzeptabel\u201c bezeichnete Henning Finck von der Kammerunion Elbe\/Oder gegen\u00fcber dem Verkehrsbrief eine Demonstration des BUND am Sonntag im Magdeburg gegen Sohlstabilisierung mit Schotter angesichts des Ziels, im Gesamtkonzept Elbe zu einem Konsens zu kommen. Agenturfotos zufolge (zum Beispiel bei <a href=\"BUND, Nabu, WWF und die Initiative Pro Elbe\">Focus Online<\/a>) nahmen aber deutlich weniger als 20 Personen teil. (roe)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nachdem die unterschiedlichen Interessen und Ziele in \u201eThemenfelder\u201c zusammengefasst worden seien, h\u00e4tten sich im Beratergremium deutliche Schnittmengen herausgestellt, zum Beispiel beim Thema Sohlerosion. Das war am Rande der Regionalkonferenz zum Gesamtkonzept Elbe am Montag in Magdeburg zu h\u00f6ren. 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