{"id":1774254,"date":"2016-03-17T19:31:00","date_gmt":"2016-03-17T19:31:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.verkehrsbrief.de\/analyse-bvwp-bleibt-grundkonzeption-treu"},"modified":"2016-03-17T19:31:00","modified_gmt":"2016-03-17T19:31:00","slug":"analyse-bvwp-bleibt-grundkonzeption-treu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/?p=1774254","title":{"rendered":"ANALYSE: BVWP bleibt Grundkonzeption treu"},"content":{"rendered":"<p>\u201eGemessen an der BVWP-Grundkonzeption hat Dobrindt in erstaunlichem Ma\u00df Wort gehalten\u201c, ist hinter vorgehaltener Hand sogar aus Gr\u00fcnen-Kreisen zu h\u00f6ren. Und da die Gr\u00fcnen die Grundkonzeption seinerzeit grunds\u00e4tzlich f\u00fcr gut befunden haben, ist das wohl als h\u00f6chstm\u00f6gliches Lob zu bewerten.<\/p>\n<h5>Plan ist nur geringf\u00fcgig \u00fcberzeichnet<\/h5>\n<p>Eine der Grundprobleme des BVWP 2003 war die ma\u00dflose \u00dcberzeichnung mit nicht finanzierbaren Projekten. Hier ist das BMVI der Grundkonzeption treu geblieben: Dividiert man das Investitionsvolumen, entfallen auf die Jahre 2016 bis 2030 im Jahresdurchschnitt 15,1 Mrd. EUR. Laut Finanzplanung f\u00fchrt der Investitionshochlauf bis 2018\/19 zu einer Investitionslinie von 14,3 bis 14,4 Mio. EUR. Es steht allerdings noch in den Sternen, ob sich der Bundestag bei der Verabschiedung der Ausbaugesetze ebenso diszipliniert zeigt oder wieder ein \u201eBasargeschacher\u201c der Wahlkreisabgeordneten ins Haus steht. Wenn die parlamentarische Beratung im Herbst beginnt, setzt auch schon der Vorwahlkampf ein.<\/p>\n<h5>&#8222;Erhalt vor Neubau&#8220; nach Verkehrstr\u00e4ger unterschiedlich gehandhabt<\/h5>\n<p>W\u00e4hrend im Durchschnitt rund 69 Prozent der echten Verkehrswegeinvestitionen 2016-2030 &#8211; ohne L\u00e4rmschutz und Betriebsgeb\u00e4ude &#8211; auf den Erhalt entfallen, sieht der Anteil bezogen auf die einzelnen Verkehrstr\u00e4ger sehr unterschiedlich aus: Bei der Stra\u00dfe sind es nach Verkehrsbrief-Berechnungen nur gut 65 Prozent, bei der Wasserstra\u00dfe 86 Prozent. Die Schiene liegt bei 69 Prozent. Bei den Erhaltungsinvestitionen sind auch die Erhaltungsanteile von Ausbauprojekten enthalten. Bei der Wasserstra\u00dfe kommt der Sanierungsstau besonders deutlich zum Tragen: F\u00fcr etwa 18 Prozent der Anlagen sei binnen der n\u00e4chsten zehn Jahre eine Grundinstandsetzung oder ein Ersatzneubau f\u00e4llig, hei\u00dft es. So seien zum Beispiel 85 Prozent der Schleusen nur noch in \u201eausreichendem\u201c oder schlechterem Zustand.<\/p>\n<p>Verwunderlich ist, dass im Bereich Stra\u00dfe der Ert\u00fcchtigungsbedarf f\u00fcr die Br\u00fccken mit lediglich 13 Mrd. EUR veranschlagt wird. In einem Bericht zum Nachrechnungsprogramm (siehe <a href=\"http:\/\/www.verkehrsbrief.de\/brueckenmodernisierung-kostet-16-4-mrd-eur-tendenz-steigend-1765672.html\">hier<\/a>) vom November 2015 hatte das BMVI allein den bis dahin festgestellten Sanierungsbedarf mit 16,4 Mrd. EUR beziffert.<\/p>\n<h5>Altlasten engen Spielr\u00e4ume ein<\/h5>\n<p>Wie schon in fr\u00fcheren Verkehrswegepl\u00e4nen wird der Spielraum f\u00fcr neue Projekte durch laufende und fest disponierte Projekte eingeschr\u00e4nkt. Bei der Stra\u00dfe entfallen darauf 45 Prozent des gesamten Neubauvolumens, bei Schiene und Wasserstra\u00dfe jeweils rund ein Drittel.<\/p>\n<h5>Eine Priorisierung, die nicht so genannt wird<\/h5>\n<p>Den Ansatz, aus der Masse der Projekte des vordringlichen Bedarfs diejenigen Projekte zu priorisieren, die besonders hohe verkehrliche Bedeutung haben, hat das BMVI mutig durchgezogen. Dass der \u201eVB+\u201c nun \u201eVB-E\u201c hei\u00dft, \u00e4ndert inhaltlich nichts (siehe <a href=\"http:\/\/www.verkehrsbrief.de\/korrektur-neuer-bvwp-ohne-vb-er-heisst-jetzt-vb-e-1773955.html\">hier<\/a>), grenzt aber klarer ab: F\u00fcr eine Ortsumfahrung, die \u201enur\u201c eine l\u00e4stige, aber nicht \u00fcberlastete Ortsdurchfahrt entsch\u00e4rft, h\u00e4tten Wahlkreisabgeordnete leichter ein \u201eVB+\u201c einfordern k\u00f6nnen \u2013 mit VB-\u201eE\u201c ist das deutlich schwieriger zu verargumentieren.<\/p>\n<p>Dennoch ist auff\u00e4llig, dass der Anteil der VB-E-Projekte am Projektvolumen bei der Stra\u00dfe je nach Basis mit 20 bis 30 Prozent deutlich h\u00f6her liegt als bei Schiene und Wasserstra\u00dfe. Dort liegt die Spanne bei 12 bis 17 Prozent.<\/p>\n<h5>L\u00e4nderquote \u2013 ja oder nein?<\/h5>\n<p>Im Vorfeld wurde immer wieder gefragt, ob sich das BMVI von den L\u00e4nderquoten gem\u00e4\u00df K\u00f6nigsteiner Schl\u00fcssel gel\u00f6st hat. Das l\u00e4sst mit jetzt einem klaren \u201eJa\u201c beantworten. Egal, ob die Gesamtausgaben f\u00fcr laufende\/fest disponierte Projekte plus VB und VB-E betrachtet oder nur die Neubauanteile am VB\/VB-E betrachtet werden, ergeben sich betr\u00e4chtliche Abweichungen vom K\u00f6nigsteiner Schl\u00fcssel. Vom Volumen her bedeutendster \u201eGewinner\u201c ist Hessen, \u201eVerlierer\u201c sind vor allem die Ostl\u00e4nder und das Saarland.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/verkehrsbrief.knowe.de\/fm\/springer_fachmedien_01.a.5571.de\/sixcms_filename\/160317-BVWP2030-Koenigsteiner-Schluessel-Abweichung.jpg\" border=\"0\" alt=\"160317-BVWP2030-Koenigsteiner-Schluessel-Abweichung\" title=\"160317-BVWP2030-Koenigsteiner-Schluessel-Abweichung\" width=\"500\" height=\"297\" cms_gsid=\"springer_fachmedien_01.c.1774260.de\" data-fieldname=\"sixcms_filename\" \/><\/p>\n<h5>D-Takt bremst Festlegungen f\u00fcr die Schiene<\/h5>\n<p>Bei der Schiene r\u00e4cht sich, dass wichtige Themen wie der Mittelrhein-Korridor, die Alpha-E-Variante und der Deutschlandtakt erst w\u00e4hrend des schon laufenden Bewertungsprozesses eingebracht wurden. In den Vordringlichen Bedarf wurden daher in einer \u201e1. Phase\u201c Projekte bewertet und aufgenommen, die unabh\u00e4ngig vom Deutschlandtakt-Konzept die gr\u00f6\u00dften Engp\u00e4sse beseitigen oder dringende Fahrzeitverk\u00fcrzungen erm\u00f6glichen. In einer noch ausstehenden \u201e2. Phase\u201c werden die Gro\u00dfknoten Frankfurt, Hamburg, K\u00f6ln, Mannheim und Stuttgart sowie weitere Projekte untersucht und auf den Deutschlandtakt hin optimiert. Deswegen gibt es eine umfangreiche Kategorie mit Projekten des \u201ePotenziellen Bedarfs\u201c. Zwischen den Zeilen wird angedeutet, dass die schlie\u00dflich ausgew\u00e4hlten Vorhaben erst nachtr\u00e4glich in das Bundesschienenwegeausbaugesetz aufgenommen werden sollen.<\/p>\n<h5>Projekte verschwunden?<\/h5>\n<p>In den n\u00e4chsten Tagen m\u00fcssen allerdings noch einige Fragen beantwortet werden. So taucht das j\u00fcngst ausgeschriebene \u00d6PP-Projekt zum Ausbau der A24\/A10 im Nordwesten Berlins \u00fcberhaupt nicht auf. Merkw\u00fcrdig mutet auch an, dass der gro\u00dfspurig als eines der \u00d6PP der neuen Generation angek\u00fcndigte Ausbau A6 zwischen den Autobahnkreuzen Weinsberg und Feuchtwangen\/Crailsheim nur unter &#8222;weiterer Bedarf mit Planungsrecht&#8220; rangiert &#8211; und von \u00d6PP ist dort auch nicht mehr die Rede. (roe)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eGemessen an der BVWP-Grundkonzeption hat Dobrindt in erstaunlichem Ma\u00df Wort gehalten\u201c, ist hinter vorgehaltener Hand sogar aus Gr\u00fcnen-Kreisen zu h\u00f6ren. Und da die Gr\u00fcnen die Grundkonzeption seinerzeit grunds\u00e4tzlich f\u00fcr gut befunden haben, ist das wohl als h\u00f6chstm\u00f6gliches Lob zu bewerten. Plan ist nur geringf\u00fcgig \u00fcberzeichnet Eine der Grundprobleme des BVWP 2003 war die ma\u00dflose \u00dcberzeichnung [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1774254"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1774254"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1774254\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1774254"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1774254"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1774254"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}