{"id":1768490,"date":"2016-03-07T19:03:00","date_gmt":"2016-03-07T19:03:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.verkehrsbrief.de\/spnv-besteller-bemangeln-inkonsistente-bahnfinanzierung"},"modified":"2016-03-07T19:03:00","modified_gmt":"2016-03-07T19:03:00","slug":"spnv-besteller-bemangeln-inkonsistente-bahnfinanzierung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/?p=1768490","title":{"rendered":"SPNV-Besteller bem\u00e4ngeln inkonsistente Bahnfinanzierung"},"content":{"rendered":"<p>Wie aus dem Marktbericht 2015\/2016 der Bundesarbeitsgemeinschaft der Aufgabentr\u00e4ger im Schienenpersonennahverkehr (BAG-SPNV) hervorgeht, sind die Infrastrukturentgelte je Zug-km von 2002 auf 2014 von 3,49 EUR auf 4,62 EUR gestiegen. Die Ausgaben f\u00fcr den eigentlichen Zugebetrieb gingen im gleichen Zeitraum von 4,69 auf 3,28 EUR zur\u00fcck \u2013 bei fast unver\u00e4nderter H\u00f6he der Regionalisierungsmittel von gut 11 EUR.<\/p>\n<p>Die BAG-SPNV kann auch nicht erkennen, dass aktuelle Neuordnung des Finanzierungsgeflechts rund um Eisenbahnregulierungsgesetz (ERegG), neues DB-Trassenpreissystem und LuFV II den Preisanstieg nachhaltig bremsen wird. Unklar sei, wie die vom Bund f\u00fcr das ERegG zugesagte Trassenpreisbremse wirksam umgesetzt werden soll. Derzeit habe es eher den Anschein, dass das neue Trassenpreissystem \u2013 in dem die H\u00f6he der Trassenpreise f\u00fcr die einzelnen Benutzergruppen nach \u201eMarkttragf\u00e4higkeit\u201c festgelegt werden soll \u2013 auf eine H\u00f6herbelastung des SPNV hinauslaufe.<\/p>\n<h5>Weiter offene Fragen bei Personal\u00fcbergang<\/h5>\n<p>Kritik \u00fcbt die BAG-SPNV erneut an der Regelung des Personal\u00fcbergangs im novellierten Vergaberecht. Beim Erstellen des Angebots ergebe sich damit ein weiteres Kalkulationsrisiko, da die Personalkosten zum Zeitpunkt der Angebotsabgabe, die teilweise mehrere Jahre vor Betriebsaufnahme liegt, nur als Momentaufnahme bekannt gemacht werden k\u00f6nnen. Einige missbrauchsanf\u00e4llige Regelungsl\u00fccken seien zwar noch geschlossen worden, andere Probleme \u2013 wie etwa Personal beim Neubetreiber geschult werden kann, wenn es noch beim Altbetreiber ben\u00f6tigt werde \u2013 seien ungel\u00f6st. Mit dem Betreiberwechsel-Tarifvertrag der Lokf\u00fchrergewerkschaft GDL h\u00e4tte es ein Instrument gegeben, den Personal\u00fcbergang auf tarifvertraglicher Ebene und nicht per Gesetz zu regeln.<\/p>\n<h5>Zweifel an Finanzierbarkeit von WLAN im SPNV<\/h5>\n<p>Deutliche Kritik \u00fcbt die BAG-SPNV indirekt an der Forderung von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt, schnellstm\u00f6glich WLAN in die SPNV-Z\u00fcge zu bringen. Sie erkennt zwar die Bedeutung dieses Angebots an, bezweifeln jedoch, dass die fl\u00e4chendeckende Umsetzung<\/p>\n<p>Laut dem Marktreport SPNV 2015\/2016 der BAG-SPNV w\u00fcrde eine Ausstattung der gesamten Fahrzeugflotte mit Repeatern und WLAN-Routern Investitionen von bis zu 1,2 Mrd. EUR bedeuten, hei\u00dft es unter Berufung auf eine Studie von AT Kearney. Au\u00dferdem m\u00fcssten die Aufgabentr\u00e4ger bei Vollausstattung aller Fahrzeuge und f\u00fcr den Fahrgast kostenlosem Zugang j\u00e4hrliche Kosten von 200-400 Mio. EUR allein f\u00fcr das erwartete Datenvolumen tragen. Indirekt pl\u00e4diert die BAG-SPNV daf\u00fcr, dass die Fahrzeughersteller ihre Fahrzeugh\u00fcllen \u2013 vor allem die Fensterscheiben \u2013 k\u00fcnftig wieder so gestalten, dass die Kunden ihre Internetverbindung direkt zum Funkmast &#8211; ohne Umweg \u00fcber Technik im Fahrzeug \u2013 herstellen k\u00f6nnen. Heute scheitert das vor allem an metallbedampften Fensterscheiben.<\/p>\n<p>Nach aktuellem Stand werden bis 2020 rund 10 Prozent der Fahrzeugflotten \u00fcber WLAN-Router oder LTE-Repeater verf\u00fcgen. Nach derzeitigem Stand sind aber nur 60 Prozent der Bahnstrecken mit Mobilfunk f\u00fcr mobiles Internet abgedeckt \u2013 mit dem Schwerpunkt in den dichter besiedelten Gebieten. Zwar h\u00e4tten die Mobilfunknetzbetreiber zugesagt, zus\u00e4tzlich 400 Mio. EUR zu investieren, um die Abdeckung auf 90 Prozent zu steigern, doch nur unter dem Ma\u00dfstab der Wirtschaftlichkeit \u2013 womit abermals dichter besiedelte Gegenden bevorzugt w\u00e4ren.<\/p>\n<p>Die BAG-SPNV pl\u00e4diert hingegen daf\u00fcr, dass die Netzabdeckung dort verbessert wird, wo Z\u00fcge mit signalverst\u00e4rkender Technik fahren. Parallel m\u00fcssten einfache, schnell nachr\u00fcstbare und kosteng\u00fcnstige L\u00f6sungen gefunden werden, um die Hochlaufkurve des mobilem Internets im Zug zu beschleunigen. \u201eHierbei sollten auch L\u00f6sungen in Erw\u00e4gung gezogen werden, bei denen nur Teile eines Zugs mit verbessertem Mobilfunkempfang abgedeckt werden.\u201c (roe)<\/p>\n<\/p>\n<p>Externer Link: <a href=\"http:\/\/bag-spnv.de\/files\/bagspnv\/downloads\/BAG-SPNV_Marktreport_SPNV_2015-16.pdf\">Marktreport SPNV 2015\/2016<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie aus dem Marktbericht 2015\/2016 der Bundesarbeitsgemeinschaft der Aufgabentr\u00e4ger im Schienenpersonennahverkehr (BAG-SPNV) hervorgeht, sind die Infrastrukturentgelte je Zug-km von 2002 auf 2014 von 3,49 EUR auf 4,62 EUR gestiegen. 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