{"id":1767573,"date":"2016-03-03T19:44:00","date_gmt":"2016-03-03T19:44:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.verkehrsbrief.de\/studie-bund-sollte-bei-schifffahrtsforderung-nachbessern"},"modified":"2016-03-03T19:44:00","modified_gmt":"2016-03-03T19:44:00","slug":"studie-bund-sollte-bei-schifffahrtsforderung-nachbessern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/?p=1767573","title":{"rendered":"Studie: Bund sollte bei Schifffahrtsf\u00f6rderung nachbessern"},"content":{"rendered":"<p>In der von der Wirtschaftsberatung Ernst &#038; Young zusammen mit dem Fraunhofer CML verfassten Studie \u201eSchifffahrtstandort Hamburg\u201c wird als Hauptproblem die schwierige Finanzierungslage f\u00fcr Schiffseigent\u00fcmer, Reedereien und zugeh\u00f6rige Dienstleister seit der Finanzkrise 2008 ausgemacht. Hier k\u00f6nne auch die Politik f\u00fcr Entlastung sorgen.<\/p>\n<p>Handlungsoptionen f\u00fcr den Bund sehen die Autoren bei diesen Themen:<\/p>\n<ul>\n<li>Steuerliche Rechtssicherheit f\u00fcr Schiffsmanager, die Managementleistungen f\u00fcr ausl\u00e4ndische Schiffsgesellschaften erbringen &#8211; e sei nicht eindeutig gekl\u00e4rt, ob die ausl\u00e4ndischen Schiffsgesellschaften dadurch der deutschen K\u00f6rperschaftsteuer und Gewerbesteuer auf den vollen Gewinn unterliegen; das ausl\u00e4ndische Unternehmen k\u00f6nne aber nicht als Ausgleich von der deutschen Tonnagesteuer profitieren, weil daf\u00fcr die Voraussetzungen fehlten. Dar\u00fcber hinaus bestehe auch ein Risiko f\u00fcr deutsche Schiffsmanager, da diese unter Umst\u00e4nden f\u00fcr Steuerschulden der ausl\u00e4ndischen Schiffsgesellschaft in Haftung genommen werden k\u00f6nnen. N\u00f6tig seien klare Abgrenzungskriterien.<\/li>\n<li>Laut Studie wird die Geb\u00fchrenh\u00f6he f\u00fcr die Eintragungen ins Schiffsregister als Hindernis wahrgenommen, Schiffe in Deutschland zu registrieren. Heute bestehe aber in der Praxis \u00fcber ausl\u00e4ndische Tochtergesellschaften ein Wahlrecht f\u00fcr die Flagge. Werden Schiffe vor diesem Hintergrund nicht in Deutschland registriert, so w\u00fcrden sie im Regelfall auch nicht aus Deutschland heraus betrieben, da sie nicht zur Tonnagesteuer optieren k\u00f6nnen. Auf diese Weise entgehe Reedereien und Dienstleistern im Inland Gesch\u00e4ft. Die Berater schlagen vor, die Geb\u00fchren f\u00fcr Eintragungen ins Schiffsregister zu senken oder zu deckeln. Singapur zum Beispiel verlange deutlich niedrigere Geb\u00fchren. Durch eine Deckelung w\u00e4re es f\u00fcr in- und ausl\u00e4ndische Reedereien weniger kostenintensiv, von den Regelungen der deutschen Tonnagesteuer Gebrauch zu machen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Das Land Hamburg ist bei folgenden Vorschl\u00e4gen gefordert:<\/p>\n<ul>\n<li>Fonds mit \u00f6ffentlichen Investoren zur Beteiligung an Reedereien: Der Fonds w\u00fcrde sich an zukunftsf\u00e4higen Reedereien oder Teilen davon in Form eines Joint Venture beteiligen.<\/li>\n<li>Vernetzte Forschungsf\u00f6rderung &#8211; innerhalb der Hamburgischen Investitions- und F\u00f6rderbank (IFB) sollte ein Ansprechpartner f\u00fcr die Organisation des \u201eF\u00f6rdertopf-Managements\u201c mit branchenspezifischer Expertise benannt bzw. eingestellt werden. Er w\u00fcrde dann Informationen zu passenden F\u00f6rdergeldern\/-programmen auf Landes-, Bundes- und europ\u00e4ischer Ebene b\u00fcndeln und gezielt f\u00fcr Unternehmen der Seeschifffahrt aufbereite,<\/li>\n<li>Die zahlreichen Aus- und Weiterbildungseinrichtungen mit Hochschulcharakter sollten sich gemeinsam unter der Dachmarke \u201eHamburg Maritime Schools\u201c bekannter machen und miteinander vernetzen<\/li>\n<li>F\u00fcr die Standortvermarktung im Bereich Seeschifffahrt schlagen die Autoren die Gr\u00fcndung einer Marketingorganisation wie z.B. der \u201eSeeschifffahrt Hamburg Marketing e.V.\u201c oder die Angliederung einer seeschifffahrtsspezifischen Marketingorganisation an die Hafen Hamburg Marketing e.V. vor.<\/li>\n<\/ul>\n<h5>VDR sieht Vorschl\u00e4ge positiv<\/h5>\n<p>Ralf Nagel, Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Reederverbandes VDR, begr\u00fc\u00dfte die Vorschl\u00e4ge und forderte die Bundesregierung auf, sie in der geplanten Maritime Strategie aufzugreifen. Er mahnte, wer mehr Schiffe unter deutscher Flagge wolle, m\u00fcsse auch die Verwaltung vereinfachen. \u201eDer eingeschlagene Kurs zu einer dienstleistungs- und serviceorientierten Flaggenstaatsverwaltung muss konsequent fortgef\u00fchrt werden.\u201c (roe)<\/p>\n<\/p>\n<p><b>Externer Link:<\/b> <a href=\"http:\/\/www.hamburg.de\/contentblob\/5345742\/data\/gutachten-schifffahrtsstandort.pdf\">Studie &#8222;Schifffahrtsstandort Hamburg&#8220;<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der von der Wirtschaftsberatung Ernst &#038; Young zusammen mit dem Fraunhofer CML verfassten Studie \u201eSchifffahrtstandort Hamburg\u201c wird als Hauptproblem die schwierige Finanzierungslage f\u00fcr Schiffseigent\u00fcmer, Reedereien und zugeh\u00f6rige Dienstleister seit der Finanzkrise 2008 ausgemacht. Hier k\u00f6nne auch die Politik f\u00fcr Entlastung sorgen. 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