{"id":1740279,"date":"2015-04-22T18:55:00","date_gmt":"2015-04-22T18:55:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.verkehrsbrief.de\/gutachten-zu-y-trasse-und-alternativen-liegt-vor"},"modified":"2015-04-22T18:55:00","modified_gmt":"2015-04-22T18:55:00","slug":"gutachten-zu-y-trasse-und-alternativen-liegt-vor","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/?p=1740279","title":{"rendered":"Gutachten zu Y-Trasse und Alternativen liegt vor"},"content":{"rendered":"<p>Die klassische Y-Trasse oder die Umgehungsstrecke Ashausen-Unterl\u00fc\u00df sind am besten geeignet, die Schienenengp\u00e4sse im Raum Hamburg-Bremen-Hannover aufzul\u00f6sen. Zu diesem Ergebnis kommt ein Gutachten des Freiburger Beratungsunternehmens BVU, das dem Vernehmen nach im Auftrag des BMVI erstellt wurde.<!--more--> In dem <a href=\"http:\/\/www.dialogforum-schiene-nord.de\/downloadcenter\/download\/8cd13110fa33ae10efc80046ad4e9ce5\" target=\"_blank\">77 Seiten starken Papier<\/a> werden alle zehn derzeit im B\u00fcrgerdialog er\u00f6rterten Varianten auf Nutzen-Kosten-Verh\u00e4ltnis (NKV) und verkehrliche Wirkung hin untersucht. Die Gutachter orientieren sich dabei grob an der Bewertungsmethodik f\u00fcr den Bundesverkehrswegeplan 2015, der aber zum Zeitpunkt der Untersuchung noch nicht abschlie\u00dfend feststand. Zudem fehlte ein Teil der notwendigen Daten. Sie betonen daher, dass es sich um eine Ersteinsch\u00e4tzung handelt.<\/p>\n<h5>Klassische Y-Trasse punktet aufgrund angeblich niedriger Kosten<\/h5>\n<p>Der klassischen Hochgeschwindigkeits-Y-Trasse \u2013 mit Abzweigung von der Strecke Hamburg-Bremen auf der H\u00f6he von Lauenbr\u00fcck \u2013 attestieren die Gutachter, dass alle \u201eim engeren Untersuchungsraum vorhandenen Engp\u00e4sse aufgel\u00f6st werden k\u00f6nnen.\u201c Es verblieben lediglich die \u00dcberlastungen westlich und n\u00f6rdlich von Bremen sowie die der Strecke Lehrte-Braunschweig- Beddingen. Der verkehrliche Nutzen resultiert vor allem daraus, dass der schnelle Fernverkehr und Teile des G\u00fcterverkehrs auf die neue Trasse umgelegt werden und damit Kapazit\u00e4ten auf den Bestandsstrecken frei werden. Durch Verk\u00fcrzung von Reiserouten werden Transportkostenvorteile von rund 4 bis 5 Prozent erzielt, so dass im G\u00fcterverkehr 456 Mio. tkm\/Jahr von der Stra\u00dfe auf die Schiene verlagert werden k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Verwunderlich mutet allerdings an, dass die Kosten auf nur 2,2 Mrd. EUR (Barwert: 1,6 Mrd. EUR) gesch\u00e4tzt werden. Schon bei der Bedarfsplan\u00fcberpr\u00fcfung 2010 hatte dasselbe Institut angemerkt, dass die damals f\u00fcr die Y-Trasse angesetzten 1,5 Mrd. EUR (Barwert) im Vergleich zu anderen Projekten sehr niedrig seien. Ausgeklammert wurden auch Kosten f\u00fcr den von DB International empfohlenen viergleisigen Ausbau Buchholz-Lauenbr\u00fcck.<\/p>\n<h5>Gute Noten f\u00fcr den kleinen Bypass von Uelzen<\/h5>\n<p>\u00c4hnlich gut wie die Y-Trasse schneidet der Neubau einer Strecke von Ashausen (s\u00fcdlich Maschen) nach Unterl\u00fc\u00df ab, wo sie in die Bestandsstrecke Uelzen-Celle einm\u00fcndet. Teil des Vorhabens sind eine Abzweigung s\u00fcdlich von Uelzen zur Stendaler Strecke, ein drittes Gleis von Unterl\u00fc\u00df bis Celle und eine Blockverdichtung von Nienburg nach Wunstorf f\u00fcr die Bremer Verkehre.<\/p>\n<p>Auch bei dieser Variante wird der verkehrliche Nutzen durch die Verlagerung des schnellen Fernverkehrs und Teilen des G\u00fcterverkehrs getrieben. Durch Reisewegverk\u00fcrzung k\u00f6nnten im G\u00fcterverkehr 770 Mio. tkm\/Jahr auf die Schiene verlagert werden. Die Kosten werden auf 2,3 Mrd. EUR kalkuliert. Beide Varianten erreichen ein Nutzen-Kosten-Verh\u00e4ltnis (NKV) von etwa 1,4.<\/p>\n<h5>Aus dem G\u00fcterverkehrs-&#8222;Y&#8220; wurde ein &#8222;I&#8220;<\/h5>\n<p>Die h\u00f6chste Verlagerungswirkung erzielt mit 1,1 Mrd tkm\/Jahr das \u201eSchieneng\u00fcterverkehrs-Y\u201c (SGV-Y), das von Jesteburg (bei Maschen) nach Celle f\u00fchrt. Eigentlich handelt es sich um ein \u201eSGV-I\u201c, denn der urspr\u00fcnglich zugeh\u00f6rige Ausbau der Amerikalinie Langwedel-Uelzen wurde im Zuge von Optimierungen gestrichen: Den Mehrkosten h\u00e4tte kein Mehrnutzen gegen\u00fcbergestanden. Insofern l\u00f6st die neue Strecke auch nur die Engp\u00e4sse f\u00fcr die Hamburger Verkehre auf. Neue Engp\u00e4sse entstehen dar\u00fcber hinaus zwischen Celle und Lehrte. Bei auf 1,5 Mrd. EUR gesch\u00e4tzten Baukosten wird gerade so eben noch ein positives NKV von 1,1 erreicht.<\/p>\n<h5>Bestandsausbau f\u00e4llt \u00fcberraschend klar durch<\/h5>\n<p>Ausgesprochen schlechte NKV weisen die Varianten zum Bestandsausbau aus. Das liegt an dem fehlenden Mehrnutzen f\u00fcr den Personenverkehr und geringer Verlagerungswirkung. An schlechten Nutzen-Kosten-Verh\u00e4ltnissen scheitern auch der Ausbau der Amerikalinie und die vom Verkehrsclub Deutschland vorgeschlagenen Varianten.<\/p>\n<h5>Zwei kleinteilige Varianten warten auf Optimierung<\/h5>\n<p>Als Kandidaten f\u00fcr eine detaillierte Optimierung sehen die Gutachter hingegen den Ausbau von Heidebahn und OHE-Strecken sowie die von der aus der Region stammenden SPD-Verkehrsexpertin Kirsten L\u00fchmann ins Spiel gebrachte <a href=\"http:\/\/kirsten-luehmann.de\/imperia\/md\/content\/bezirkhannover\/kirstenluehmann\/anderetexte\/alpha-l__sung_4_.pdf\" target=\"_blank\">\u201eAlpha-L\u00f6sung\u201c<\/a>. Diese Variante sieht den Ausbau einzelner Bestandsstreckenabschnitte im ganzen Untersuchungsraum vor, um so die Engp\u00e4sse zu entsch\u00e4rfen. (roe)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die klassische Y-Trasse oder die Umgehungsstrecke Ashausen-Unterl\u00fc\u00df sind am besten geeignet, die Schienenengp\u00e4sse im Raum Hamburg-Bremen-Hannover aufzul\u00f6sen. 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