{"id":1740185,"date":"2015-03-16T22:04:00","date_gmt":"2015-03-16T22:04:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.verkehrsbrief.de\/neue-lkw-mautsatze-weiter-umstritten"},"modified":"2015-03-16T22:04:00","modified_gmt":"2015-03-16T22:04:00","slug":"neue-lkw-mautsatze-weiter-umstritten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/?p=1740185","title":{"rendered":"Neue Lkw-Mauts\u00e4tze weiter umstritten"},"content":{"rendered":"<p>In der Frage der Differenzierung von Lkw-Mauts\u00e4tzen hat der Gesetzgeber verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig gro\u00dfen Spielraum. Das machte Ulrich H\u00f6sch von der Anwaltskanzlei Gronefeld am Montag in der Anh\u00f6rung des Bundestags-Verkehrsausschusses zur geplanten 3. Novelle des Lkw-Mautgesetzes (BFStrMG) deutlich. <!--more-->Er verwies auf das \u201eObst-Urteil\u201c, in dem die Richter die Zusammenfassung von Zwei- und Dreiachsern in einer Mautklasse gebilligt hatten. Die geplante Abgrenzung zwischen Vierachsern und Lkw mit f\u00fcnf Achsen und mehr sei gerechtfertigt, weil die F\u00fcnfachser den gr\u00f6\u00dften Anteil an der Verkehrsleistung h\u00e4tten. H\u00f6sch reagierte damit auf die Anregung des CDU-Verkehrsexperten Oliver Wittke, Vier- und F\u00fcnfachser wieder in einer Achsklasse zusammenzulegen sowie seine Frage, ob es denkbar sei, vierachsige Gliederz\u00fcge mit Motorwagen unter 7,5t zGG von der Mautpflicht auszunehmen. Wie auch der CSU-Abgeordnete Karl Holmeier bef\u00fcrchtet Wittke eine Mehrbelastung von \u201eHandwerkerfahrzeugen\u201c.<\/p>\n<h5>Datenbasis l\u00fcckenhaft<\/h5>\n<p>Die Frage des SPD-Mautexperten Sebastian Hartmann, wie hoch der Anteil derartiger Vierachser sei, konnte Michael Korn vom Wegekostengutachter Alfen Consult nicht beantworten. Es h\u00e4tten nur Fahrleistungsdaten zur Verf\u00fcgung gestanden \u2013 weder Fahrzeugzahlen noch Fahrzwecke &#8211; und der Auftrag des BMVI habe gelautet, Mauts\u00e4tze nach Achsklassen zu ermitteln. Korn bezifferte den Anteil der Fahrzeuge zwischen 3,5t und 7,7t zGG sowie 7,5t und 11,99t zGG an der Fahrleistung auf jeweils rund 10 Prozent der Fahrzeuge ab 12t zGG. Auf beide Gruppen entfielen jeweils rund 130 Mio. EUR individuell zurechenbare Wegekosten.<\/p>\n<p>H\u00f6sch warnte im \u00fcbrigen aber vor dem Klagerisiko, wenn politisch festgesetzte Mauts\u00e4tze zu sehr von der Wegekostenrechnung (WKR) abweichen. Er wies darauf hin, dass es schon jetzt zahlreiche Abweichungen gibt: So stamme das aktuelle Wegekostengutachten eigentlich aus dem Jahr 2013. Die nach den Mauts\u00e4tzen von 2009 angefallenen Mehreinnahmen aus dem Jahr 2014 w\u00fcrden daher \u00fcber eine entsprechend gesenkte Mauts\u00e4tze seit Anfang 2015 zur\u00fcckerstattet. Jetzt komme noch die feinere Differenzierung nach Achsklassen hinzu, die in der WKR von 2013 nicht hinterlegt sei.<\/p>\n<h5>Mautspreizung zwischen Vier- und F\u00fcnfachsern bleibt umstritten<\/h5>\n<p>Stefan Gerwens von Pro Mobilit\u00e4t treibt vor allem die mit 1,8 Cent\/km deutliche Mautspreizung zwischen Vier- und F\u00fcnfachsern um. Diese sei offenbar dadurch entstanden, <a title=\"Starke Spreizung der Lkw-Mauts\u00e4tze ist achslastbedingt\" href=\"http:\/\/www.verkehrsbrief.de\/?p=324\">dass die Vierachser eine sehr heterogene Gruppe aus \u201eschweren\u201c und \u201eleichten\u201c Lkw bildeten<\/a>.<\/p>\n<p>Im Fernverkehrs-Sattelzugsegment k\u00f6nnten damit aber Fehlanreize entstehen, dreiachsige Auflieger durch Zweiachser zu ersetzen, der zudem auch im Kraftstoffverbrauch Vorteile habe. Durch die h\u00f6heren Achslasten steige dann der Stra\u00dfenverschlei\u00df aber um rund 40 Prozent. Zugleich s\u00e4nken die Mauteinnahmen: W\u00fcrden nur 10 Prozent der heutigen F\u00fcnfachs-Fahrleistungen k\u00fcnftig von Vierachser erbracht werden, bedeutete dies ein Mauteinnahme-Minus von j\u00e4hrlich 380 Mio. EUR. F\u00fcr das Fuhrgewerbe und Leasingunternehmen sei in der Folge ein erheblicher Wertberichtigungsbedarf f\u00fcr dreiachsige Auflieger zu erwarten. M\u00f6glicherweise segmentiere sich der Markt auch in \u201eleichte\u201c und \u201eschwere\u201c Ladungen, womit die Leerfahrtenquote steige. Korn hielt dagegen, dass die Achszahl eine deutliche Korrelation mit der Beladung habe und das bisherige System zutreffend widerspiegele, wie die Stra\u00dfe belastet werde.<\/p>\n<h5>Gewicht und Achslast statt Achszahl<\/h5>\n<p>Wegen der Frage des Stra\u00dfenverschlei\u00dfes stie\u00df die Gr\u00fcnen-Verkehrsexpertin Valerie Wilms abschlie\u00dfend eine Debatte \u00fcber eine grunds\u00e4tzlich andere Mautsatzsystematik an, beruhend auf Fahrzeuggewichten und Achslasten. Andreas Marquardt, Pr\u00e4sident des Bundesamtes f\u00fcr G\u00fcterverkehr (BAG), bremste aber ihren Elan. Eine Achslasterfassung sei zwar m\u00f6glich und in den Lkw teilweise auch schon vorhanden, aber nicht vorgeschrieben. Erst m\u00fcsste also die entsprechende Ausr\u00fcstung der Lkw vorgeschrieben werden. Torsten B\u00f6ger von der Verkehrsinfrastrukturfinanzierungsgesellschaft (VIFG) warnte allerdings davor, die Maut zu \u00fcberfrachten: \u201eJe mehr Ziele mit einer Geb\u00fchr verfolgt werden sollen, desto komplizierter wird es.\u201c (roe)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der Frage der Differenzierung von Lkw-Mauts\u00e4tzen hat der Gesetzgeber verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig gro\u00dfen Spielraum. Das machte Ulrich H\u00f6sch von der Anwaltskanzlei Gronefeld am Montag in der Anh\u00f6rung des Bundestags-Verkehrsausschusses zur geplanten 3. 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