{"id":126,"date":"2015-02-24T17:32:46","date_gmt":"2015-02-24T16:32:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.verkehrsbrief.de\/deutsche-handelsflotte-schrumpft-weiter"},"modified":"2016-02-11T18:14:17","modified_gmt":"2016-02-11T17:14:17","slug":"deutsche-handelsflotte-schrumpft-weiter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/?p=126","title":{"rendered":"Deutsche Handelsflotte schrumpft weiter"},"content":{"rendered":"<p>Die international t\u00e4tige Handelsflotte unter deutscher Flagge ist in den vergangenen zwei Jahren noch st\u00e4rker geschrumpft als es die offiziellen Zahlen des Bundesamtes f\u00fcr Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) ausweisen. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Gr\u00fcnen hervor. Danach ging der sogenannte Monitoringschiffbestand \u2013 die gesch\u00e4tzte Zahl der im internationalen Verkehr t\u00e4tigen Schiffe &#8211; von 337 Einheiten Anfang 2013 auf 233 Einheiten Ende 2014 zur\u00fcck, ein Minus von 30 Prozent. Der Bestand liegt damit bei weniger als der H\u00e4lfte der von der Branche auf den Nationalen Maritimen Konferenzen 2006 und 2009 zugesagten 500 oder gar 600 Einheiten. Selbst die offizielle Zahl der Handelsschiffe unter deutscher Flagge sank um 18 Prozent von 448 auf 368 Einheiten. Mit einer Zunahme ist kaum zu rechnen: 2014 wurden gerade einmal 18 neue Einheiten an deutsche Reeder abgeliefert. Auf dem H\u00f6hepunkt 2010 waren es 318 Schiffe.<\/p>\n<h5>Mehr arbeitslose Seeleute<\/h5>\n<p>F\u00fcr die Frage der staatlichen F\u00f6rderung brisant d\u00fcrften sein d\u00fcrften die Zahlen deutscher Seeleute, die sich bei der Zentralen Heuerstelle in Hamburg arbeitssuchend gemeldet haben: Ihre Zahl ist von 364 im Jahr 2006 fast kontinuierlich auf 732 im vergangenen Jahr gestiegen. Fast stetig gesunken ist hingegen der Abruf von Mitteln f\u00fcr die Ausbildungsplatzf\u00f6rderung: Waren es auf dem H\u00f6hepunkt 2008 rund 7,6 Mio. EUR\/Jahr, betrug die Summe 2014 lediglich 2,2 Mio. EUR.<\/p>\n<h5>Studentenzahlen sinken<\/h5>\n<p>Der Nachfrager\u00fcckgang nach (deutschen) Seeleuten schl\u00e4gt sich auch in der Zahl der Studierenden nieder: 2009 gab es noch gut 1800 Sch\u00fcler und Studierende der Nautik an den Fach- und Fachhochschulen der norddeutschen L\u00e4nder, 2014 waren es gut 800 weniger. Bei Schiffsbetriebstechnik war der H\u00f6hepunkt mit zeitlicher Verz\u00f6gerung im Jahr 2012 mit 629 Sch\u00fclern und Studierenden erreicht. 2014 d\u00fcrften es unvollst\u00e4ndigen Zahlen zufolge rund 500 gewesen sein.<\/p>\n<h5>Tonnagesteuer wird zum Nachteil<\/h5>\n<p>Welche Auswirkungen die andauernde Schifffahrtskrise auf die Reeder hat, wird \u00fcbrigens indirekt an der Tonnagesteuer deutlich: W\u00e4hrend sie in konjunkturell guten Zeiten den Reedern Gewinnvorteile verschafft, die zumindest theoretisch zu Lasten der Steuereinnahmen gehen, hat sie seit 2012 nach Sch\u00e4tzungen der Bundesregierung keine Mindereinnahmen mehr verursacht. Im Umkehrschluss hei\u00dft das, dass die Reeder derzeit draufzahlen, wenn sie sich auf die Tonnagesteuer festgelegt haben.<\/p>\n<p>Die Gr\u00fcnen-Schifffahrtsexpertin Valerie Wilms kritisierte gegen\u00fcber dem Verkehrsbrief, dass die Bundesregierung noch immer nicht die B\u00fcrokratie bei Ein- und Umflaggung einged\u00e4mmt hat. Von einem leistungsf\u00e4higen Flaggenstaatssystem sei Deutschland weit entfernt. Um das maritime Know-how zu sichern, forderte sie, die Schiffsbesetzungsverordnung zu lockern und die Lohnkostenf\u00f6rderung zu \u00fcberarbeiten. Im Gegenzug m\u00fcssten sich aber die Reeder zu dualen Studieng\u00e4ngen verpflichten. Zweifel \u00e4u\u00dferte sie am Modell der Abl\u00f6segeb\u00fchr f\u00fcr die Stiftung Schifffahrtsstandort Deutschland. Es sei keine gute L\u00f6sung f\u00fcr die Ausbildung und rechtlich vermutlich angreifbar. (roe)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die international t\u00e4tige Handelsflotte unter deutscher Flagge ist in den vergangenen zwei Jahren noch st\u00e4rker geschrumpft als es die offiziellen Zahlen des Bundesamtes f\u00fcr Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) ausweisen. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Gr\u00fcnen hervor. 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