Elektroauto-Nachfrage wächst weiter

Neuzulassungen: Diesel-Quote nahezu unverändert

Für die Elektroauto-Kaufprämie („Umweltbonus“) sind bis Ende März Anträge im Volumen von knapp 200 Mio. EUR eingegangen. Das ergaben Berechnungen des Verkehrsbriefs auf Basis der Antragsstatistik. Nach früheren Angaben des zuständigen Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) folgt aber in ca. 12 Prozent der Fälle keine Auszahlung – sei es, weil der Antrag nicht bewilligt oder Zuwendungsbescheid aufgehoben wurde. Bis Ende März wurden laut einer Bafa-Sprecherin 119 Mio. EUR ausgezahlt, weitere 30 Mio. EUR waren reserviert. Der Bund hatte für die Kaufprämie im Mai 2016 600 Mio. EUR bereitgestellt.

Wie aus den Zahlen hervorgeht, gingen im März gut 5600 neue Anträge ein, mehr als im Februar (5400), aber etwas weniger als der bisher Allzeit-Höchststand im Januar (gut 6100). Um den Fördertopf rechtzeitig bis zum geplanten Auslaufen der Kaufprämie am 30. Juni 2019 zu leeren, hätten über die Gesamtlaufzeit monatlich 8000 bis 10.700 erfolgreiche Anträge eingehen müssen - je nach Aufteilung auf Batterie-/Brennstoffzellenautos und Plug-In-Hybride. Ob das Förderprogramm über Ende Juni hinaus verlängert wird, ist noch offen. "Die Bundesregierung prüft zur Zeit, ob und inwieweit eine Verlängerung des Umweltbonus auch mit Blick auf andere bereits vorhandene Fördermöglichkeit aus Bund und Ländern sinnvoll ausgestaltet werden kann", heißt es aus dem Bundeswirtschaftsministerium.

Daten: Bafa, eigene Berechnungen/Grafik: roe

Der Anteil der Batteriefahrzeuge lag im März bei 70 Prozent. Plug-In-Hybride hatten 2018 spürbare Einbußen hinnehmen müssen: Lag ihr Anteil vorher zwischen 40 und 50 Prozent, fiel er im Laufe des Jahres auf zuletzt 20 bis 30 Prozent. Es ist aber gut möglich, dass hier auch die mangelnde Verfügbarkeit von Plug-In-Hybriden hineinspielt: Seit der Umstellung auf das WLTP-Messverfahren ist zum Beispiel der VW Passat GTE nicht mehr lieferbar. Einige Modelle waren auch aus der Förderung herausgefallen, weil sie im WLTP-Messverfahren mehr als die erlaubten durchschnittlich 50g CO2/km ausstoßen.

Die Neuzulassungen von Elektro-Pkw erreichten laut Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) im März mit 6616 Einheiten einen neuen Höchststand. Das waren gut 1,9 Prozent aller Neuzulassungen. Damit setzte sich der Anstieg der Vormonate ungebrochen fort. Die gegenüber dem Kaufprämien-Programm deutlich höhere Zahl ist dadurch zu erklären, dass nur Fahrzeuge mit einem Netto-Listenpreis bis 60.000 EUR gefördert werden. Die nach wie vor sehr gefragten Tesla-Autos, von denen allein im März 2367 Einheiten zugelassen wurden, liegen zu einem erheblichen Teil über dieser Preisgrenze. Insgesamt erreichten alternative Antriebe – einschließlich Hybriden „ohne Stecker“ – jetzt einen Anteil von rund 7,4 Prozent an allen Pkw-Neuzulassungen.

Daten: KBA/Grafik: roe

 

Diesel-Quote nahezu unverändert

Die Diesel-Quote fiel gegenüber Februar leicht um 0,2 Prozentpunkte auf 32,4 Prozent. Gegenüber März 2018 bedeutet das aber ein Plus von 1 Prozentpunkt. 81,1 Prozent aller Neuzulassungen erfüllten die Abgasnorm 6d-Temp (mit Messung im Realbetrieb und 110 Prozent Toleranz/„Konformitätsfaktor“), 530 Autos (0,2 Prozent) erfüllten sogar schon Euro 6d (50 Prozent Toleranz). Nur 2,2 Prozent ereichten nicht einmal Euro 6 oder es fehlten Angaben. (roe)

Daten: KBA/Grafik: roe