Elbe hat 2015 als Verkehrsweg klar verloren

  • Fahrrinnenziel knapp ein halbes Jahr verfehlt
  • Stark schwankende Ausgaben für Unterhaltung

Der Elbeabschnitt von der Elster- bis zur Saaleeinmündung war 2015 an 102 Tagen praktisch nicht schiffbar, weil die Fahrrinnentiefe unter 100cm lag. Der Abschnitt ist damit negativer Spitzenreiter noch vor dem Abschnitt tschechische Grenze-Dresden, der an 73 Tagen nicht schiffbar war. Das geht aus der Antwort des BMVI auf eine Kleine Anfrage der Grünen hervor. Von Magdeburg bis Geesthacht war die Elbe an 68 Tagen nicht durchgehend schiffbar.

Fahrrinnenziel knapp ein halbes Jahr verfehlt

Das angestrebte Fahrrinnenziel von 160cm wurde sowohl oberhalb als auch unterhalb Magdeburgs jeweils an rund 180 Tagen verfehlt. Gegenüber 2010 – dem letzten Jahr, in dem das Ziel erreicht wurde (siehe hier) – ging der Güterverkehr an der Zählstelle Magdeburg 2015 von 1,16 Mio. t auf 367.000t zurück. Der Containerverkehr, der gegenüber Niedrigwasser etwas toleranter ist, hat sich 2015 gegenüber dem bisherigen Rekordjahr 2013 mehr als halbiert, und zwar von gut 15.400 TEU auf knapp 6500 TEU.

Stark schwankende Ausgaben für Unterhaltung

Wie aus den Angaben des BMVI weiter hervorgeht, haben die jährlichen Ausgaben für die Bau, Betrieb und Unterhaltung der Elbe seit 1998 stark geschwankt: Zum Ende der Kohl-Ära waren es knapp 30 Mio EUR, unter Rot-Grün waren es jeweils rund 15 Mio. EUR. Ab 2008-2011 waren es durchschnittlich 30 Mio. EUR, aber ab 2012 sind die Ausgaben wieder auf konstant rund 20 Mio. EUR zurückgegangen. (roe)

One thought on “Elbe hat 2015 als Verkehrsweg klar verloren

  1. Wenn seit 1998 rund 200 Millionen Euro für die Verbesserung der Schiffbarkeit der Elbe ausgegeben wurden, die Transporte in diesem Zeitraum aber auf ein Drittel geschrumpft sind, sollten sich die Verantwortlichen bald mal fragen, ob da vielleicht was schief gelaufen ist. Vielleicht fehlt der Elbe einfach nur die nötige Wassermenge – da kann man Baggern und Bauen (und Geld versenken!) so viel man will, es hilft nicht weiter.

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  • Stark schwankende Ausgaben für Unterhaltung

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