E-Fuels und Biokraftstoffe können Diesel sauberer machen

Die Beimischung von strombasierten synthetischen Kraftstoffen und Biokraftstoffen könnte dazu beitragen, den Schadstoffausstoß von Dieselmotoren deutlich zu verringern. Darauf machte der Chemiker Prof. Walter Leitner von der RWTH Aachen auf dem Kongress „Kraftstoffe der Zukunft“ in dieser Woche in Berlin aufmerksam. Schon mit einer Beimischung von 20 Prozent Oxymethylenäther (OME) ließe sich die Trade-Off-Kurve zwischen mehr Rußpartikeln einerseits und mehr Stickoxiden andererseits deutlich nach unten verschieben. Der Motor müsse dafür nicht nennenswert verändert werden.

Grafik: Prof. Walter Leitner

Wermutstropfen ist, dass OME voraussichtlich erst dann auf den Markt kommt, wenn sich die aktuelle Dieselfahrverbotsdiskussion durch den Umbau der Pkw-Flotten schon lange erledigt hat. Derzeit wird OME nur in kleinen Pilotanlagen erzeugt und ist im Vergleich zu fossilem Diesel noch viel zu teuer. Mit dem herkömmlichen deutschen Strommix ist die Erzeugung auch nicht klimaschonend. In einem vom Bundesforschungsministerium geförderten Projekt soll aber beginnend in diesem Jahr ein neues Syntheseverfahren erprobt werden, das eine höhere Ausbeute von 86 statt 74 Prozent von eingesetzten Rohstoffen und Energie verspricht.

Aber auch Biokraftstoffe haben das Potenzial, Schadstoffemissionen deutlich zu senken. Leitner nannte als Beispiel 1-Octanol, eine Alkoholvariante. Bei Versuchen mit einer 50-prozentigen Beimischung an einem Euro-6-Diesel-Pkw seien speziell die Rußemissionen direkt hinter dem Motor um 85 Prozent verringert werden. Am Auspuff betrug die Minderung sogar 90 Prozent. Für 1-Octanol gilt aber dasselbe wie für OME: Bis zur Produktion in großem Maßstab und marktfähigen Preisen ist es noch ein weiter Weg.

Grafik: Prof. Walter Leitner

Artur Auernhammer, Vorsitzender des Vorstandes des Bundesverbandes Bioenergie, mahnte die Autoindustrie aber dennoch, ihre Motoren schon heute so auszulegen, dass sie künftige Biokraftstoffe vertragen. Bei der Einführung von E10-Benzin hatte sich gezeigt, dass rund ein Zehntel der Pkw-Flotte höhere Ethanol-Beimischungen als 5 Prozent nicht vertrug. (roe)