Diesel-Quote im Bestand ist 2017 im Osten gestiegen

  • Gebrauchtwagen entscheidender Faktor?
  • Berlin mit Sonderrolle bei Hybriden
  • Elektroautos nur im Westen und in Berlin stark

Während sich die "Entdieselung" der Neuzulassungen in Westdeutschland auch spürbar im Bestand niederschlägt, steigt die Diesel-Quote in Ostdeutschland noch an.Das ergaben Berechnungen des Verkehrsbriefs auf Basis der unlängst veröffentlichten detaillierten Bestands- und Neuzulassungsstatistiken des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) für das Jahr 2017.

Daten: KBA/Grafik: roe

Grob vereinfacht lässt sich sagen, dass die Diesel-Quote im Bestand von Anfang 2017 bis Anfang 2017 in den ostdeutschen Flächenländern leicht gestiegen ist, während sie im Westen fast überall gesunken ist. „Der ländliche Raum und die Gegenden, die von fahrverbotsbedrohten Städten weiter entfernt sind, tun sich etwas leichter mit dem Diesel“, sagte ein Branchenvertreter gegenüber dem Verkehrsbrief. Nach aktuellem Stand droht mit Ausnahme Berlins nirgendwo im Osten ein Fahrverbot. Bei der Beurteilung der Verluste und Zuwächse ist allerdings zu berücksichtigen, dass die Diesel-Quote in allen ostdeutschen Ländern und in Berlin unter dem Bundesdurchschnitt liegt.

Daten: KBA/Grafik: roe
Gebrauchtwagen entscheidender Faktor?

Bei den Neuzulassungen kann von einer Flucht aus dem Diesel im Westen keine Rede sein: In Hamburg war 2017 fast die Hälfte aller neuen Pkw Diesel-angetrieben, in Bayern und Bremen jeweils rund 43 Prozent. Am unteren Ende der Skala liegen die ostdeutschen Länder mit Berlin und das Saarland mit 32 bis 34 Prozent Diesel-Anteil. Bundesweit betrug er 2017 38,8 Prozent. Zu vermuten ist also, dass der gestiegene Diesel-Bestand im Osten auf Gebrauchtwagen aus dem Westen zurückzuführen ist.

Daten: KBA/Grafik: roe
Berlin mit Sonderrolle bei Hybriden

Auffällig ist der hohe Bestand von Hybrid-Autos ohne Plug-In in Berlin. Er liegt mit 1 Prozent um 0,6 Prozentpunkten über dem Bundesdurchschnitt und auch höher als in den beiden anderen Stadtstaaten. Auch die Quote der Neuzulassungen liegt mit 3,8 Prozent deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 2,5 Prozent. Hier spielt vermutlich die Berliner Taxiflotte eine Rolle, die inzwischen zu mindestens einem Drittel aus Toyota-Hybridautos besteht.

Elektroautos nur im Westen stark

Beim Bestand von Elektroautos liegen Bayern und Berlin mit 0,17 Prozent an der Spitze, dicht gefolgt von Baden-Württemberg mit 0,16 Prozent. Die geringsten Anteile vermelden die ostdeutschen Flächenländer. Schlusslicht ist Sachsen-Anhalt mit 0,04 Prozent.

Auch bei den Neuzulassungen von Elektroautos liegt Baden-Württemberg in der Spitzengruppe (0,93 Prozent), getoppt allerdings von Hessen (0,99 Prozent). Am wenigsten neue Elektroautos wurden in Sachsen-Anhalt zugelassen (0,35 Prozent). Der Bundesdurchschnitt lag bei 0,7 Prozent. (roe).