Diesel gewinnt wieder an Vertrauen

  • ZDK sieht DUH-Vorschlag für verbesserte AU positiv

Die Abgasnorm Euro 6d-temp, bei der der Schadstoffausstoß auch im Realbetrieb die Grenzwerte einhalten muss, lässt das Vertrauen in den Diesel langsam zurückkehren. Das berichtete Thomas Peckruhn, Vizepräsident des Kfz-Gewerbeverbandes ZDK, am Donnerstag vor Journalisten in Berlin. Zudem kehrten einige Kunden zum Diesel zurück, weil die Benziner, die sie sich 2017 unter dem Eindruck der Fahrverbotsdiskussion gekauft haben, im Betrieb zu teuer seien.

In der Neuzulassungsstatistik des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) hat sich die Entwicklung allerdings noch nicht nachhaltig niedergeschlagen: Nachdem die Dieselquote im Herbst leicht angestiegen war, ist sie im Januar wieder leicht gefallen. Dazu können aber auch Schwankungen in der Verfügbarkeit von neuen Pkw beigetragen haben. Peckruhn ließ durchblicken, dass zum Beispiel der VW-Konzern nicht alle Modelle liefern kann, weil die WLTP-Zertifizierung noch aussteht.

Daten: KBA/Grafik: roe

Positiv sehen Peckruhn und Verbandspräsident Jürgen Karpinski, dass das BMVI endlich den Weg für eine Hardware-Nachrüstung von Euro-5-Diesel-Pkw freigemacht hat. Das erlaube es ihnen perspektivisch, die enormen Lagerbestände von 190.000 Euro-5-Gebrauchtwagen – zum Beispiel Leasing-Rückläufern - wieder zu realen Preisen verkaufen zu können, selbst wenn sie die Nachrüstung selbst bezahlen müssen. Derzeit müssen die Händler noch Abschläge zwischen 10 und über 30 Prozent beim Wiederverkauf in Kauf nehmen.

Die Umtauschprämien für Euro-5-Diesel-Besitzer scheinen zumindest im VW-Konzern langsam zu fruchten. Peckruhn  sagte, seitdem die offenbar für die Kunden unverständlichen Beschränkungen auf fahrverbotsbedrohte Regionen aufgehoben worden seien, gebe es deutlich mehr Kundenanfragen.

ZDK sieht DUH-Vorschlag für verbesserte AU positiv

Überraschend positiv äußerte sich der für das Werkstattgeschäft zuständige ZDK-Vizepräsident Wilhelm Hülsdonk über den am Mittwoch vorgestellten Vorschlag der Deutschen Umwelthilfe (DUH) für eine verfeinerte Abgasuntersuchung (AU). Dieser sei „vernünftig“, sagte Hülsdonk. Die DUH schlägt vor, Stickoxide und ultrafeine Partikel mit anspruchsvollerer Messtechnik direkt zu messen. Die bisherige „Trübungsmessung“ erfasst nur groben Ruß. Die gefährlicheren ultrafeinen Partikel bleiben unentdeckt. Das DUH-Messkonzept würde es auch erlauben, unwirksame Austauschkatalysatoren von Benzin-Pkw zu entdecken.

Das Verhältnis des ZDK zur DUH ist gespannt, weil die DUH regelmäßig Autohändler wegen Verstößen gegen die Pkw-Energieverbrauchskennzeichnungsverordnung abmahnt. (roe)