Deutsche Handelsflotte schrumpft weiter

  • Umflaggung in EU-Länder stagniert

Die Seeschifffahrt unter deutscher Flagge hat im ersten Halbjahr erneut einen deutlichen Rückgang verzeichnet.  Zum 30. Juni betrug die Zahl der Schiffe unter Schwarz-Rot-Gold im internationalen Seeschifffahrtsregister ISR nur noch 169, 14 weniger als zum zwischenzeitlichen Höhepunkt Ende Dezember und neun weniger als vor einem Jahr (minus 5,1 Prozent). Das geht aus den jüngsten Statistiken des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie hervor. Noch deutlicher schrumpfte allerdings die Zahl der ausgeflaggten Schiffe, nämlich um 12,8 Prozent auf 1898. Einschließlich der rein national verkehrenden Schiffe (Inselfähren und andere) gab es Ende Juni insgesamt 2207 deutsch bereederte Seeschiffe – nur noch knapp zwei Dritttel des Bestandes, der zum Höhepunkt im Jahr 2010 erreicht worden war.

Umflaggung in EU-Länder stagniert

Bemerkenswert ist, dass der langjährige Anstieg der deutsch bereederten Tonnage unter EU-Flaggen offenbar zum Erliegen gekommen ist. Die Quote betrug nach Verkehrsbrief-Berechnungen 45,5 Prozent und blieb damit gegenüber den beiden Vorquartalen praktisch unverändert. Die Quote der EU-geflaggten Schiffe ist maßgeblich dafür, wie wohlwollend die EU-Kommission die Gewährung des Tonnagesteuervorteils für alle deutsch bereederten Schiffe beurteilt, unabhängig von der Flaggenführung. (roe)