BMVI gibt Startschuss für BIM-Kompetenzzentrum

Das Bundesverkehrsministerium will mit einem BIM-Kompetenzzentrum die Verwaltungen und die Bauwirtschaft beim Übergang zum digitalen Planen und Bauen (Building Information Modeling/BIM) unterstützen. „Da alles gewonnene Wissen und alle aufgebauten Infrastrukturen zum Bereich BIM durch das Kompetenzzentrum der Allgemeinheit öffentlich zugänglich gemacht werden, erhofft sich der Bund, dass auch die vom und mit dem Kompetenzzentrum erarbeiteten Maßstäbe Vorbild für den privaten Baubereich werden“, heißt es in einer Ende August veröffentlichten Ausschreibung.

Noch in diesem Jahr soll ein Betreiber für das bereits im Januar 2017 angekündigte Zentrum gefunden und beauftragt werden. Anschließend soll das BIM-Kompetenzzentrum binnen drei Monaten den Betrieb aufnehmen. Hintergrund ist, dass das BMVI ab Ende 2020 alle von ihm finanzierten Verkehrsinfrastrukturprojekte mit BIM planen, bauen und später auch betreiben will. Als Hauptsitz ist Berlin vorgesehen, die Vertragsdauer ist bis Ende 2022 angesetzt (mit Option auf Verlängerung um ein Jahr).

Als Kernaufgaben des Kompetenzzentrums betrachtet das BMVI:

  • die Entwicklung einer Normierungsstrategie, wobei die Standardisierungsarbeit selbst Aufgabe der Wirtschaft und der Normungsgremien bleibt;
  • die Unterstützung von Auftraggebern in der Bundesverwaltung bei Vergabe von BIM-basierten Bauaufträgen, speziell bei den Auftraggeber-Informations-Anforderungen (AIA)
  • der Betrieb einer BIM-Cloud, auf die sowohl Auftraggeber als auch Auftragnehmer zugreifen können;
  • Wissenstransfer in die Wirtschaft und die Bundesverwaltung, wozu unter anderem zweimal im Jahr ein Dialogforum zur Digitalisierung des Bauwesens veranstaltet werden soll.

Großen Wert legt das BMVI darauf, dass die BIM-Objekte herstellerneutral formuliert werden, als Open Data jedermann zur Verfügung stehen und auf proprietäre Austauschformate verzichtet wird. (roe)