Private Pkw-Neuwagenkäufer schrecken weiter vor Diesel zurück

  • Sinkt die Nachfrage nach Elektroautos?

Auch ein Jahr nach der Einführung der auch im Realbetrieb sauberen Abgasnorm 6d-Temp und des RDE-Messverfahrens ist keine nachhaltige Erholung des Pkw-Dieselmarktes zu beobachten. Der Diesel-Anteil an allen Neuzulassungen in Deutschland lag im November bei 31,6 Prozent und damit in der Spanne der Vormonate, wie aus den Monatszahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) hervorgeht.

Daten: KBA/Grafik: roe

Wie ein Sprecher des Automobilindustrieverbandes VDA am Mittwoch bei der Jahresabschluss in Berlin erläuterte, sind aber sehr unterschiedliche Entwicklungen je nach Hersteller- und Kundengruppe zu beobachten: Bei Flottenbetreibern und Vielfahrern stehe der Diesel nach wie vor hoch im Kurs. Da diese Kundengruppe hauptsächlich deutsche Konzernmarken kaufe, liege der Anteil der deutschen Hersteller am gesamten Absatz von Diesel-Pkw bei 82 Prozent. Dementsprechend betrage auch der Diesel-Anteil am gesamten Absatz der deutschen Konzerne 40 Prozent, deutlich über dem Durchschnitt von aktuell 31,6 Prozent. Die Privatkunden, die in viel höherem Maße Pkw ausländische Hersteller kaufen, schrecken hingegen weiter vor dem Diesel zurück: Bei ihnen liege der Diesel-Anteil am Gesamtabsatz bei rund 20 Prozent.

Sinkt die Nachfrage nach Elektroautos?

Unterdessen verliert der Markthochlauf der Elektromobilität an Schwung. Die Zulassungszahlen neuer Elektroautos sind laut KBA im November zum zweiten Mal in Folge gesunken. Nach dem vorläufigen Höhepunkt im September mit knapp 5900 Einheiten kamen im November weniger als 4700 neue E-Pkw auf die Straße, der Anteil an den Neuzulassungen sank im gleichen Zeitraum von 2,4 auf 1,6 Prozent.

Auch die Zahl der Anträge auf Elektroauto-Kaufprämie hat im November ihren seit Jahresbeginn zu beobachtenden Abwärtstrend fortgesetzt. Inwieweit dabei im Oktober und November aber auch schon Attentismus-Effekte wegen der angekündigten Anhebung der Kaufprämie eine Rolle spielten, lässt sich nicht aus den Zahlen ableiten. Eine Hürde für Kaufprämien-Interessenten ist sicherlich, dass der Käufer den Verwendungsnachweis spätestens zehn Monate nach dem Erteilung des Bewilligungsbescheides einreichen muss. Anekdotisch werden aber Lieferfristen von teilweise mehr als einem Jahr berichtet.

Auf die Frage, wie es aktuell mit diesen Lieferschwierigkeiten für Elektroautos deutscher Hersteller aussieht, wollte VDA-Präsident Bernhard nicht direkt eingehen, räumte sie aber indirekt ein: Im Moment würden in den Werken zusätzliche Kapazitäten aufgebaut, so dass „in zwei bis drei Jahren“ deutliche Zuwächse bei der Lieferfähigkeit zu erwarten sind. (roe)

Hersteller wollen Plug-In-Hybride mehr elektrisch fahren sehen

Mogelpackung und Steuersparmodell oder niedrigschwelliger Einstieg in die Elektromobilität? An Plug-in-Hybriden (PHEV) scheiden sich die Geister. Befürworter verweisen darauf, dass mit PHEV ein Großteil der täglichen Fahrten rein elektrisch absolviert werden kann und damit ein echter Beitrag zum Klimaschutz möglich ist. Die Gegner kritisieren, dass der Normverbrauch der meisten PHEV trotz WLTP-Messverfahren immer noch schöngerechnet wird und die Fahrzeuge de facto wie reine Verbrenner betrieben werden. Was unternehmen die Hersteller, um der Kritik entgegenzuwirken? Lesen Sie mehr im Tagesspiegel Background Mobilität.

BMVI will mehr Schwertransporte auf Schiff und Schiene bringen

Auf die Großraum- und Schwertransportbranche rollt eine neue Regulierungswelle zu. Norbert Salomon, Abteilungsleiter Wasserstraßen und Schifffahrt im BMVI, kündigte im November auf einer Veranstaltung der Parlamentsgruppe Binnenschifffahrt (PGBi) in Berlin an, die Genehmigungspraxis für Großraum- und Schwertransporte unter die Lupe zu nehmen. Lesen Sie mehr auf eurotransport.de.

Verkehr auf den Autobahnen wird künftig von Frankfurt aus dirigiert

Von links: Autobahn-Geschäftsführer Stephan Krenz, Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer, Ministerpräsident Volker Bouffier, Verkehrsminister Tarek Al-Wazir und Gerd Riegelhuth, Präsident der Landestraßenbauverwaltung Hessen Mobil (Foto: Roeser)

Die Verkehrsmanagement-Zentrale der Autobahn GmbH wird in Frankfurt am Main angesiedelt. Dafür übernimmt der Bund die heutige Verkehrszentrale Hessen , die in unmittelbarer Nähe des Flughafens im „House of Logistics and Mobility“ (HOLM) angesiedelt ist, und baut sie zur „Verkehrszentrale Deutschland“ aus. Lesen Sie mehr auf Verkehrsrundschau.de