Private Güterwagenhalter für 30 Prozent Trassenpreisspreizung

  • Wenige laute Güterwagen dürfen nicht leise Zugverbände stören
  • Trassenpreisspreizung schafft Anreiz für Wagenmieter
  • VPI: Umrüstzahlen des BMVI zeigen nur halbe Wahrheit

Um laute Güterwagen ab 2020 endgültig von deutschen Gleisen zu verdrängen, sollte Deutschland als markt- und EU-rechtskonformen Anreiz die Trassenpreise für laute und leise Züge um 30 Prozent spreizen. Das schlägt der Verband der Güterwagenhalter (VPI) vor, in dem der Großteil der privaten Halter organisiert ist. Nachtfahrverbote oder das vom BMVI erwogene Tempolimit hingegen würden die Kapazität der Schiene verringern und damit auch die Halter leiser Wagen bestrafen.

Wenige laute Güterwagen dürfen nicht leise Zugverbände stören

Nach Angaben des VPI-Vorsitzenden Malte Lawrenz gehören von den rund 180.000 in Deutschland verkehrenden Wagen jeweils rund 60.000 der DB und den VPI-Mitgliedern. Beide seien auf gutem Wege, bis zu dem im Koalitionsvertrag vereinbarten Termin für die Halbierung des Schienenlärms Ende 2020 nur noch leise Wagen zu betreiben. Problematisch seien die übrigen 60.000 Wagen, die meist auslaändischen Staatsbahnen gehörten. Um eine Lärmhalbierung zu erreichen, müsse ein Zug aber aus 90 Prozent leisen Wagen bestehen.

Trassenpreisspreizung schafft mittelbaren Anreiz für Wagenmieter

Wie VPI-Geschäftsführer Jürgen Tuscher erläuterte, sollte der finanzielle Hebel bei den Verladern aus Industrie und Handel ansetzen, die heute im Regelfall die Waggons anmieteten. Bei einer Trassenpreisspreizung von 30 Prozent und 30 Prozent Anteil der Trassenentgelte am Transportpreis werde ihm das Eisenbahnverkehrsunternehmen einen rund 10 Prozent höheren Gesamtpreis in Rechnung stellen, falls der Zug als „laut“ gilt.

Um die Umrüstung ausländischer Wagen schnell in Gang zu setzen, forderten Tuscher und Lawrenz, eine entsprechende Regelung möglichst schnell auf den Weg zu bringen. „Es wird nichts passieren, wenn nicht klar ist, dass man mit lauten Wagen ab 2020 keinen Blumentop mehr gewinnen kann“, sagte Tuscher.

VPI: Umrüstzahlen des BMVI zeigen nur halbe Wahrheit
Grafik: VPI
Grafik: VPI

Lawrenz hob hervor, dass die Mitgliedsfirmen die beiden Meilensteine 50 Prozent leiser Wagen Ende 2016 und 100 Prozent leiser Wagen auf deutschen Gleisen zum Fahrplanwechsel Ende 2020 einhalten werden. Das habe eine Befragung durch Unternehmensberatung HWH als unabhängiger Gutachter ergeben.

Er monierte, dass vom BMVI genannte Zahlen, die einen Rückstand bei der Umrüstung suggerierten, allein auf Daten aus dem deutschen Register beruhten. Mehrere große Serien neuer Wagen mit Flüsterbremsen seien aber wegen der Malaise mit den deutschen Behörden im Ausland registriert worden. (roe)

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Um laute Güterwagen ab 2020 endgültig von deutschen Gleisen zu verdrängen, sollte Deutschland als markt- und EU-rechtskonformen Anreiz die Trassenpreise für laute und leise Züge um 30 Prozent spreizen. Das schlägt der Verband der Güterwagenhalter (VPI) vor, in dem der Großteil der privaten Halter organisiert ist. (mehr …)

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