Polizei-Fahrradstaffel bewirkt mehr Verkehrssicherheit

  • Deutlich weniger schwere Unfälle

Der bundesweit einmalige Modellversuch der Berliner Polizei-Fahrradstaffel wird in den Regelbetrieb überführt. Das kündigte Andreas Tschisch, Leiter des Fachstabs Verkehr beim Polizeipräsidenten, am Donnerstag bei der Vorstellung des Evalutionsberichtes an. Im kommenden Doppelhaushalt des Landes sollen 20 Stellen für die bisher aus anderen Dienststellen abgezogenen Beamten eingestellt werden. Es bleibe aber vorerst bei der Beschränkung auf den Bezirk Mitte, damit eine dichte Präsenz gewährleistet wird.

Der von der Unfallforschung der Versicherer (UDV) unterstützte dreijährige Versuch habe laut Befragungen der Verkehrsteilnehmer sowohl bei Radfahrern als auch bei Autofahrern eine deutliche Verbesserung des allgemeinen Verkehrsverhaltens bewirkt, stellte UDV-Leiter Siegfried Brockmann heraus.

Deutlich weniger schwere Unfälle

Besonders positiv bewertete Brockmann, dass die Zahl der Unfälle von Radfahrern mit Personenschaden an rund drei Viertel der Unfallschwerpunkte abgenommen hat, in der Summe um 20 Prozent. Die von Radfahrern verursachten Unfälle nahmen sogar überproportional um 29 Prozent ab. Noch drastischer fiel der Rückgang von Unfällen mit schweren Personenschäden aus. (minus 45 bzw. 54 Prozent).

Die Regelverstöße von Radfahrern selbst haben allerdings sowohl im Bezirk Mitte, wo die Fahrradstaffel aktiv ist, als auch in dem als Kontrollgruppe herangezogenen Bezirk Neukölln gleichermaßen deutlich abgenommen. Eine fundierte Erklärung dafür hat Brockmann nicht; möglicherweise habe der höhere Verfolgungsdruck in Mitte über den Wechselverkehr auch die Radfahrer im nicht allzuweit entfernten Neukölln beeinflusst.

Kritisch sieht Brockmann, dass drei Viertel der von der Fahrradstaffel geahndeten Verstöße von Kraftfahrern den ruhenden Verkehr (Falschparker) betrafen. Das sei so nicht vorgesehen gewesen. Tschisch und auch eine anwesende Fahrradpolizistin widersprachen: Zum einen habe es sich ganz überwiegend um Verstöße mit Behinderung des Radverkehrs, zum anderen gebe es eine falsche Signalwirkung, wenn die Fahrradstreife einen Falschparker für alle sichtbar ungeahndet davonkommen lasse. (roe)

Externe Links:

Pressemitteilung zur Evaluation

Präsentation der Evaluationsergebnisse