Erste „Lego-Brücke“ ist im Bau

  • Gewichte setzen Grenzen
  • Ziel ist Reduzierung der Sperrzeiten

Der „Lego-Brücken“-Versuch in NRW kommt in die heiße Phase. Es sind aber auch Grenzen des Verfahrens erkennbar. Vor gut einer Woche haben die Vorbereitungen für den Bau der ersten Fertigteil-Brücke – von Ex-Verkehrsminister Michael Groschek als „Lego-Brücke“ vermarktet - über die A46 bei Hagen begonnen. Nach nur 100 Tagen Sperrzeit statt wie üblich 220 Tagen soll die neue Brücke dem Verkehr übergeben werden, teilte der Landesbetrieb Straßen NRW mit. Auch Fundamente und Widerlager werden vorgefertigt und vor Ort nur platziert. Die Fahrbahn besteht ebenfalls aus Betonteilen und wird auf Stahl-Überbaulängsträgern aufgesetzt.

Ein zweites Projekt ist über die A3 bei Emmerich geplant und soll im Sommer 2018 in Bau gehen, wie aus der Antwort des Landesverkehrsministeriums auf eine Kleine Anfrage der SPD-Fraktion hervorgeht. Ein weiteres Projekt in der Stadt Werne befindet sich laut Ministerium im Vergabeverfahren. Bei einem vierten Projekt im Zuge der B446 in Dülmen will der Landesbetrieb einen alternativen Ansatz mit Beton-Hohlkastenträger umsetzen. Das grüne Licht des BMVI steht aber noch aus.

Gewichte setzen Grenzen

Wie das Landesverkehrsministerium weiter mitteilt, hat sich bei zwei in der letzten Zeit ausgeschriebenen Projekten gezeigt, dass viele Fertigteilwerke in Deutschland bei Bauteilgewichten ab ca. 100t an ihre Kapazitätsgrenze stoßen. Betonfertigteillängen von mehr als 30m seien daher derzeit kaum realisierbar.

Ziel ist Reduzierung der Sperrzeiten

Hintergrund des Versuchs ist, dass viele der rund 10.000 Brücken, die Straßen NRW betreut, durch einen Neubau ersetzt werden müssen. Wenn Brückenteile in konventioneller Bauweise betoniert werden, kostet die Herstellung der Schalung und Bewehrung viel Zeit. Der Beton benötigt Zeit, umauszuhärten, bis er eine für den weiteren Bauablauf ausreichende Festigkeit erreicht hat. Das kann Tage oder sogar Wochen dauern, in denen der Verkehrsfluss beeinträchtigt wird. Im Unterschied dazu werden die Bauteile einer Lego-Brücke vorgefertigt. Das alte Bauwerk muss erst dann abgerissen und damit die Verkehrsverbindung gekappt werden, wenn die Fertigteile vor Ort montiert werden können. (roe)

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