Bund rettet Air Berlin auf Zeit

Die Bundesregierung hat der Fluggesellschaft Air Berlin einen Übergangskredit von 150 Mio. EUR zugesagt, nachdem das Unternehmen am Dienstag Insolvenz beantragt hat. Sie schätze, dass das Geld für ungefähr drei Monate reiche, sagte Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries am Dienstagmittag vor Journalisten in Berlin.

Der Großaktionär und langjährige Geldgeber, die Fluggesellschaft Etihad aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, hatte laut Zypries am Wochenende gegenüber Air Berlin mitgeteilt, dass er seine Unterstützung einstellen werde. Etihad hatte Air Berlin laut ihrem Geschäftsbericht noch im vergangenen Jahr zugesichert, Air Berlin bis mindestens Ende Oktober 2018 über Wasser zu halten.

Mit dem Ausbleiben der Unterstützung sei der Insolvenzantrag unausweichlich geworden. Um eine sofortige Einstellung des Flugbetriebs zu verhindern, wie sie eigentlich bei Insolvenz vorgeschrieben ist, habe sich der Bund für den Übergangskredit entschieden, der über die KfW zur Verfügung gestellt und eine Bürgschaft des Bundes abgesichert wird. Zypries erwartet, dass der Kredit des Bundes – der bei der Verteilung der Insolvenzmasse vorrangig bedacht wird – aus der Vermarktung der Air-Berlin-Slots bedient werden kann.

Die Ministerin zeigte sich zuversichtlich, dass die Verhandlungen mit Lufthansa und einer weiteren nichtgenannten Airline über die Veräußerung von Unternehmensteilen in den nächsten Wochen abgeschlossen und umgesetzt werden können.

Die Intervention des Staates begründete sie damit, dass ohne den Flugbetrieb von Air Berlin die Rückführung von Zehntausenden Sommerurlaubern aus dem Ausland nicht möglich sei. „Kurzfristige Alternativen für einen Rückflug dieser Reisenden nach Deutschland waren nicht zu gewährleisten.“ (roe)