Autoimporteure lehnen Software-Updates ab

  • Renault schert wegen Druck aus Frankreich aus

Der Autoimporteurverband VDIK hat seine grundsätzliche Absage an Software-Updates von Diesel-Pkw bestätigt. Wie der Hauptstadtrepräsentant von Toyota, Ferry M. M. Franz, am Rande einer Veranstaltung des Autoclubs ACE gegenüber dem Verkehrsbrief sagte, sei diese Position seitens des VDIK vor einigen Tagen auch in einem Brief an Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt so kommuniziert worden. Laut Franz befürchten die Verbandsmitglieder, dass die Kunden in Software-Updates ein indirektes Eingeständnis von Abgasschummelei sehen könnten. Er zeigte sich erstaunt über die Information, dass Renault in aller Stille Software-Updates anbietet, und das sogar schon seit Juli (siehe hier).

Unterdessen sagte Renault-Kommunikationsvorstand Martin Zimmermann auf derselben Veranstaltung gegenüber dem Verkehrsbrief, die Initiative zu den Software-Updates sei vom Mutterhaus in Frankreich ausgegangen.

Hintergrund ist offenbar, dass Euro-6-Fahrzeuge von Renault auch bei den Abgastests des französischen Umwelt- und Verkehrsministeriums im Frühjahr 2017 mit außergewöhnlich schlechten Stickoxidwerten aufgefallen waren, sobald vom NEFZ-Prüfzyklus abgewichen wurde. Renault hatte daraufhin der Regierung eine neue „Kalibrierung“ für die ab Ende Juli produzierten Euro-6b-Fahrzeuge zugesagt. Die neue Software sollte laut Abschlussbericht ab Oktober auch Haltern von vorher produzierten Fahrzeugen angeboten werden. (roe)

Externer Link: Abschlussbericht des frz. Umweltministeriums über Abgas-Nachmessungen (französisch)